Wieder kein Radweg für die Mariahilferstraße

16. September 2002, 14:33
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SPÖ und ÖVP stimmten gegen Errichtung eines Radstreifens auf einer der meistbefahrenen Einkaufstrassen von Wien

Wien - Auf der Mariahilfer Straße in Wien dürfte es noch länger keinen Radweg geben: In der Bezirksvorstehung von Wien-Neubau wurde ein Antrag der Grünen zur Einleitung der Planungen nur von der FPÖ unterstützt, aber mit der Stimmenmehrheit von SPÖ und ÖVP abgelehnt.

Der grüne Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger gab sich am Freitag verbittert: "Die SPÖ zieht derzeit alle Register, um die Errichtung dieser Radverbindung zu verzögern."

Erhebung der Kosten und Variantenmöglichkeiten weiterhin nicht möglich

Mit dem Beschluss wäre die Grundlage geschaffen worden, damit die zuständigen Magistratsdienststellen mit der Erhebung der Kosten und der Prüfung verschiedener Varianten beginnen hätten können, so Blimlinger. Der Radweg soll nach Wunsch der Grünen im unteren Teil von Wiens wichtigster Geschäftsstraße - zwischen der Zweierlinie und der Stiftgasse - errichtet werden, auch eine Option auf Verlängerung ist angedacht.

Eine der meistbefahrendsten Einkaufstrassen von Wien

Die Grünen wollen jedenfalls nicht klein beigeben. Schließlich sei die Mariahilfer Straße trotz viel Individualverkehr im innerurbanen Bereich eine der meistbefahrendsten Straßen für Radfahrer. Kritik übte Blimlinger an der SPÖ: "Dass der grüne Bezirksvorsteher die Planungsfehler der Vergangenheit korrigieren möchte und endlich eine dringend notwendige Radverbindung schafft, ist der mächtigen SPÖ wohl ein Dorn im Auge."

SPÖ: Radweg sei beschlossen aber es liege keine Kostenrechnung vor

Ganz anders sieht das Blimlingers SP-Stellvertreter Rainer Husty. Es habe bereits im Dezember 2001 einen Antrag für einen Radstreifen gegeben. Ein neuerlicher Antrag sei nicht notwendig, so Husty in einer Aussendung: "Wir haben niemals einen Radstreifen auf der Mariahilfer Straße abgelehnt. Es macht nur keinen Sinn, nochmals etwas zu fordern, wenn es erstens schon vorliegt und zweitens Bezirksvorsteher Blimlinger noch nicht geklärt hat, was der Radweg kosten wird und wie die bauliche Errichtung sein soll."

ÖVP: Generelle Ablehnung

Generelle Ablehnung kam von der ÖVP. "Nachdem der von den Grünen geforderte Radweg wohl auf Kosten der Gehsteigbreite realisiert werden würde, ist dieser Radweg im Zuge einer Interessensabwägung zu Gunsten der attraktiven Gehsteigsituation abzulehnen", teilte Bezirksklubchef Thomas Scharf per Aussendung mit. "Gerade die Mariahilfer Straße als funktionierende Einkaufsstraße sollte nicht durch grüne Experimente nachhaltige Nachteile erleiden. Es gibt genug andere Varianten, das Radwegenetz in Wien sinnvoll zu erweitern." (APA)

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