"Spiegel Online": Afghanistan will Gas-Pipeline durchs Land bauen

13. September 2002, 14:39
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Leitung soll turkmenische Erdgasfelder mit Pakistan verbinden

Berlin - Die afghanische Regierung will einem Medienbericht zufolge gemeinsam mit einem internationalen Ölkonzern eine Gas-Pipeline quer durchs Land bauen. Die Leitung solle die reichhaltigen Erdgasfelder in Turkmenien mit der pakistanischen Hafenstadt Karachi verbinden, berichtete "Spiegel Online" am Freitag unter Berufung auf den afghanischen Minister für Wiederaufbau, Mohammed Amin Farhang. Der afghanische Präsident Hamid Karsai habe bereits Ende Mai ein entsprechendes Abkommen mit dem turkmenischen Staatschef Saparmurat Nijasow und dem pakistanischen Machthaber Pervez Musharraf unterzeichnet.

Das Projekt sei "eine ausgemachte Sache", sagte Farhang. Über die konkrete Umsetzung werde mit dem US-Konzern Exxon Mobil und dem französisch-belgischen Konzern TotalFinaElf verhandelt. In den 90er Jahren hatte bereits die US-Firma Unocal das Pipeline-Projekt mit Unterstützung der damaligen US-Regierung vorangetrieben. Das Vorhaben wurde auf Eis gelegt, nachdem die anti-amerikanischen Aktivitäten des in Afghanistan ansässigen El-Kaida-Netzwerkes bekannt wurden. Kritiker des US-Militäreinsatzes in Afghanistan behaupten daher, es gehe Washington auch um die Interessen der US-Ölindustrie, die einen sicheren Absatzweg für die kaspischen Öl- und Gasreserven jenseits von Russland und vom Iran suche.(APA)

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