Gusenbauer bricht Lanze für Semmeringtunnel

13. September 2002, 14:31
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Würde als Bundeskanzler neuen Vorstoß unternehmen - Kritik an Beschäftigungspolitik der Regierung

Klagenfurt - Auch SPÖ-Bundesvorsitzender Alfred Gusenbauer, Spitzenkandidat für die kommende Nationalratswahl, hat den Wahlkampf in Kärnten gestartet. Er weilte am Freitag in St. Veit/Glan, wo er gemeinsam mit Soziallandesrätin Gabriele Schaunig-Kandut die Lehrlingsschule der Kärntner Elektrizitäts AG (Kelag) besuchte. So wie bei Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) am Vortag ebenfalls ein bereits seit Wochen geplant gewesener Termin.

So wie der Kanzler kam auch der SPÖ-Kanzlerkandidat auf die Infrastruktur des südlichsten Bundeslandes zu sprechen. Dass der Bau der Koralmbahn zwischen Klagenfurt und Althofen vom Verwaltungsgerichtshof gestoppt wurde, sei auf ein Versäumnis des zuständigen Ministers Mathias Reichhold (F) zurückzuführen. Gusenbauer legte ein Bekenntnis zum Koralmtunnel ("Er ist für Kärnten sehr wichtig") ab, stellte jedoch fest, dass dieser ein Teil des Gesamtausbaus der Südbahnstrecke sei. "Und dazu gehört auch der Semmering-Basistunnel", sagte er. Daher werde er für den Fall, dass er Bundeskanzler wird, einen neuen Vorstoß für den Semmering-Basistunnel unternehmen. "Bei der Osterweiterung der EU kommt der Südbahn eine gesamteuropäische Bedeutung zu", betonte Gusenbauer.

Den Besuch in der Kelag-Lehrwerkstätte nahm der SPÖ-Kanzlerkandidat zum Anlass, um auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit hinzuweisen. "Wir haben bei den 15- bis 25-Jährigen 30.000 ohne Beschäftigung", sagte er und warf der schwarz-blauen Bundesregierung vor, "nichts dagegen unternommen zu haben". Der Beweis dafür sei auch der EU-Bericht, in dem Kritik an Österreichs Beschäftigungspolitik geübt wird.

Auf die Frage, ob er sich in seiner Regierung auch Kärntner Minister vorstellen könne - im Gespräch ist der Klagenfurter Landtagsabgeordnete Peter Kaiser -, sagte Gusenbauer: "Ich werde die dafür am besten geeigneten Persönlichkeiten nominieren. Sehr gute Leute gibt es auch in der Kärntner Sozialdemokratie. Daher ist es durchaus möglich, dass einer oder eine zu Ministerehren kommen wird." (APA)

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