FP-Insider rechnen mit Rückzug Scheibners

13. September 2002, 14:00
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Wäre letzter aus der Führungsriege Riess-Passers - Scheibner lässt dementieren

Wien - In der FPÖ tauchen jetzt erste Hinweise auf, dass nach Hubert Gorbach auch Herbert Scheibner die Kandidatur als Stellvertretender Bundesparteivorsitzender unter Jörg Haider zurückziehen könnte. Er wäre im neuen Team - nach dem Absprung von Gorbach - der einzige Vertreter aus der Führungsriege der zurückgetretenen Parteichefin Susanne Riess-Passer. Scheibner selbst war am Freitag auf Anfrage der APA für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Bereits die Tageszeitung "Die Presse" schreibt in ihrer Freitag-Ausgabe, unklar sei noch die künftige Rolle von Verteidigungsminister Scheibner: "Der Plan, Scheibner beim Parteitag überraschend als geschäftsführenden Bundesparteiobmann zu installieren, wurde öffentlich. Scheibner lehnte das Amt nun wieder ab."

Völliger Rückzug?

Einer der jetzt zurückgetretenen freiheitlichen Spitzenpolitiker, der namentlich nicht genannt werden wollte, hat am Freitag bestätigt, dass Scheibner einen völligen Rückzug überlege. Scheibner wolle offensichtlich nicht das gleiche politische Schicksal erleiden wie jene Politiker aus dem Regierungsteam von Norbert Steger in der Zeit der rot-blauen Koalition, die nach dem Sturz Stegers durch Haider im September 1986 weiter in der Politik geblieben sind.

Die Regierungsmitglieder von damals - Justizminister Harald Ofner, Finanzstaatssekretär Holger Bauer oder Verteidigungsminister Friedhelm Frischenschlager - haben nach 1986 als Abgeordnete in der FPÖ Haiders keine entscheidende Rolle mehr gespielt. "Der Wechsel der Lager wird in der Politik nicht goutiert", heißt es.

Scheibner lässt dementieren

Interims-FPÖ-Chef, Verteidigungsminister Herbert Scheibner, hat Freitagnachmittag gegenüber der APA Rücktrittsgerüchte dementieren lassen. Wie sein Pressesprecher, Günther Barnett, erklärte, sei Scheibner vom Parteivorstand für eine Stellvertreterfunktion nominiert worden. Es habe nicht geheißen, dass er Geschäftsführender Obmann werden soll. "Das hat Scheibner auch klar gesagt", so sein Sprecher.

Entscheiden werde der Bundesparteitag am Samstag in einer Woche in Oberwart. "Alle anderen Spekulationen sind frucht- und sinnlos", meinte Barnett. "Außerdem hat Scheibner als Verteidigungsminister andere Sorgen, als sich mit Gerüchten auseinander zusetzen." (APA)

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