Zeitungskongress in Hamburg

16. September 2002, 16:17
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Branchenkrise im Mittelpunkt

Im Zeichen der Branchenkrise kommen die deutschen Verleger am Montag zum traditionellen Zeitungskongress in Hamburg zusammen. Nach der Eröffnung der Tagung durch den Präsidenten des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, stellen sich Spitzenpolitiker der großen Parteien einer Debatte zu wirtschafts- und medienpolitischen Themen. Erwartet wird unter anderem Innenminister Otto Schily (SPD).

Schlechte Konjunktur

Der Zeitungskongress 2002 findet vor dem Hintergrund der anhaltend schlechten Konjunktur statt, die die deutschen Zeitungen schwer getroffen hat. Die Anzeigenumfänge bei den lokalen und regionalen Zeitungen sind im ersten Halbjahr 2002 erneut um 14 Prozent gesunken. Die Zeitungshäuser haben darauf mit einem teils drastischen Sparkurs bis hin zu betriebsbedingten Kündigungen reagiert. Rund zwei Drittel des Umsatzes bei Zeitungen stammen aus dem Anzeigengeschäft, ein Drittel kommt aus den Vertriebserlösen.

Zugleich hat sich der Strukturwandel und die Konzentration in der Branche beschleunigt. Der Hamburger Verlag Gruner+Jahr verkaufte Ende Juni sein regionales Zeitungsgeschäft mit der "Berliner Zeitung" an die Stuttgarter Verlagsgruppe Holtzbrinck. In den letzten Wochen sorgte die Absicht der Essener WAZ-Gruppe, den 40-Prozent-Anteil Leo Kirchs am Axel Springer Verlag zu kaufen, für große Wellen.

Über die Zukunftsszenarien der Branche wollen die Verleger am Dienstag hinter verschlossenen Türen beraten. (APA/dpa)

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