Paris schließt im Vorgehen gegen den Irak "nichts aus"

13. September 2002, 13:06
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Verteidigungsministerin Alliot-Marie: "Haben in Afghanistan bewiesen, dass unsere Armeen personell und technisch in der Lage sind, zu intervenieren."

Paris - Frankreich schließt im Vorgehen gegen den Irak "nichts aus", falls die Vereinten Nationen Bagdad nicht zum Einlenken bei der geforderten Wiederaufnahme der Waffenkontrollen bringen. Das sagte Verteidigungsministerin Michele Alliot-Marie am Freitag im Gespräch mit dem Radiosender Europe 1. "In Afghanistan haben wir es bewiesen, dass unsere Armeen personell und technisch in der Lage sind, zu intervenieren." Die Rede von US-Präsident George W. Bush vor der UNO in New York sei eine Warnung an Bagdad gewesen, "die wir gewollt und übrigens auch formuliert haben", sagte die Ministerin.

Frankreich werde laut Alliot-Marie präsent sein, "wenn wir in einen Konflikt eingreifen wollen". Das Pariser Außenministerium nannte Bushs Rede "vereinbar" mit den französischen Vorstellungen. Staatspräsident Jacques Chirac hatte ein Zwei-Stufen-Verfahren vorgeschlagen, mit einem Ultimatum an den Irak, die Waffenkontrollore wieder ins Land zu lassen, und einer möglichen zweiten UN-Resolution, die auch ein militärisches Vorgehen beinhalten könnte.

Der Chef der konservativen Regierungspartei UMP, Alain Juppe, zeigte sich äußerst zufrieden mit Bushs Rede, weil der US-Präsident mit dem UN-Sicherheitsrat zusammenarbeiten wolle. "Die terroristische Bedrohung betrifft uns alle, deshalb sind wir im Kampf gegen Terror auch mit den USA solidarisch", sagte der ehemalige Premierminister.(APA/dpa)

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