France Telecom verzichtet auf Verkauf ihrer Wind-Beteiligung

13. September 2002, 13:59
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Italienischer Telekom-Konzern verzichtet auf Börsengang

France Telecom verzichtet auf den geplanten Verkauf ihrer Beteiligung am italienischen Telekom-Konzern Wind. Dies wurde von der FT-Tochter Orange am Freitag in Rom bekannt gegeben, die die Wind-Beteiligung kontrolliert. In einer Presseaussendung hieß es, Orange werde die 26,6-prozentige Beteiligung an Wind als "langfristige Investition" bewahren. France Telecom hatte vor einigen Monaten bekannt gegeben, sich von Wind trennen zu wollen, der unter mehrheitlicher Kontrolle des italienischen Stromversorgers Enel steht.

Einfrieren

Enel-Geschäfsführer Scaroni bekundete, dass Wind in den nächsten zwei Jahre seine Notierungsprojekte einfrieren wolle. Die Gesellschaft hatte ursprünglich den Gang an die Mailänder Börse bis Jahresende in Erwägung gezogen. Die Zeit sei für den Börsengang nicht reif. "Ein Börsendebüt wäre in dieser Phase für jegliche Telekomgesellschaft auszuschließen, vor allem für einen Konzern, der keine Finanzmittel nötig hat", sagte Scaroni.

Bilanz

Im ersten Halbjahr 2002 meldete Wind rote Zahlen. Die Verluste betrugen 316 Millionen Euro, im ersten Semester 2001 waren es noch 525 Millionen Euro gewesen. Der Umsatz kletterte um 16,5 Prozent auf 1,620 Milliarden Euro. In den nächsten zwei Jahren plant der Hauptaktionär Enel Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro für die Entwicklung des UMTS-Netzes. Wind ist eine der fünf Telekom-Gesellschaften, die im Oktober 2000 eine der fünf UMTS-Lizenzen in Italien erworben hatte.

Abwertung

Enel hat indes seiner 73,4-prozentigen Beteiligung am Festnetz- und Mobilfunkbetreiber Wind im Wert von 1,5 Milliarden Euro angesichts des aktuellen Telekom-Marktumfelds abgewertet. Scaroni erklärte, dass sich der Ex-Monopolist weiterhin auf den Elektrizitätsbereich konzentrieren werde. Ziel des Konzerns seien Investitionen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung. "Wir wollen der wettbewerbsfähigste Stromproduzent auf dem italienischen Markt sein", so Scaroni. (APA)

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