Kindersitze und Gurten in Österreich wenig im Gebrauch

13. September 2002, 12:09
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Kuratorium für Verkehrssicherheit: An den Schutz der Jüngsten denken

Wien - Das Anschnallen ist des Österreichers Sache nicht. Während laut Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) in Deutschland immerhin 95 Prozent auf den Vordersitzen niemals ohne Gurt unterwegs sind, stagniert die Quote hier zu Lande zwischen 70 Prozent (Ortsgebiet) und 77 Prozent (Autobahnen). Dass das Thema Gurt weit davon entfernt ist, unaktuell zu werden, beweisen harte Fakten, erklärte das KfV heute, Freitag, in einer Aussendung: Im ersten Halbjahr 2002 waren von 222 getöteten Pkw-Insassen 111 nicht angegurtet.

Das Risiko, bei einem Unfall getötet zu werden, ist laut KfV für Gurtverweigerer sieben Mal so hoch wie für angeschnallte Pkw-Insassen. Für Lenker ist das Risiko sogar mehr als neun Mal so hoch. Lediglich bei der Gurtverwendung auf den Rücksitzen - die allerdings generell sehr niedrig ist, so das Kuratorium - ist eine steigende Tendenz zu beobachten. Im ersten Halbjahr 2002 ist die Verwendungsquote auf Freilandstraßen von 45 Prozent (2001) auf 55,5 Prozent in die Höhe gegangen, auf Autobahnen von 43 Prozent (2001) auf 60 Prozent.

Nachlässig gehen die Österreicher beim Autofahren laut KfV auch mit ihren Kindern um: Demnach fährt noch immer rund ein Viertel des Nachwuchs ungesichert - also ohne Gurt und Spezialsitz - im Pkw mit. 43 Prozent der im Straßenverkehr verunglückten Kinder waren Pkw-Insassen, und mehr als die Hälfte des im Auto getöteten Nachwuchs war nicht angegurtet.

Der richtige Sitz muss auf das Gewicht des Kindes abgestimmt sein und im Fahrzeug fest verankert werden können. Das KfV empfahl außerdem, den Gurt und auch den Kindersitz unbedingt nach jedem Unfall auszutauschen. (APA)

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