Generali-Präsident Gutty zurückgetreten

13. September 2002, 10:00
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Aufsichtsrat weist Spekulationen über Verkauf des zehnprozentigen Generali-Anteils an deutscher Commerzbank zurück

Rom - Der Präsident der italienischen Versicherungsgesellschaft Generali, Gianfranco Gutty, ist am Donnerstag zurückgetreten. Wie der Generali-Aufsichtsrat bekannt gab, wird Guttys Nachfolger der bisherige Vizepräsident Antoine Bernheim. In einem Schreiben erklärte, Gutty die Voraussetzungen für seinen Amtsverbleib an der Spitze der Gesellschaft seien nicht mehr vorhanden.

Gutty war vom Mehrheitsaktionär der Triester Versicherungsgesellschaft, der Mailänder Investmentbank Mediobanca, zum Rücktritt aufgefordert worden. Mediobanca, die eine 13,63-prozentige Beteiligung an Generali hält, hatte sich über die sinkenden Ergebnisse der Gesellschaft besorgt erklärt. Für einen Amtsverbleib Guttys hatte dagegen der zweitstärkste Generali-Aktionär, die italienische Notenbank, plädiert, die eine 4,74-prozentige Beteiligung an der Generali hält.

Wegen der Hochwasserkatastrophe in Mitteleuropa in diesem Sommer ist die Generali mit Schäden in Höhe von insgesamt 90 Mill. Euro belastet. Der Nettogewinn der Versicherungsgesellschaft fiel im ersten Halbjahr 2002 von 724 Mill. Euro auf 51 Mill. Euro.

Börseneinbrüche belasten Aktienportfolio

Den starken Gewinnrückgang im ersten Halbjahr erklärte die Versicherungsgesellschaft mit den Auswirkungen der schwierigen Situation auf den Finanzmärkten, die zu einer starken Abwertung des Aktienportfolios geführt hätten. Die konsolidierten Prämieneinnahmen stiegen um sechs Prozent auf 23,833 Mrd. Euro.

Der Aufsichtsrat wies Spekulationen über einen Verkauf des zehnprozentigen Generali-Anteils an der deutschen Commerzbank zurück. Sergio Balbinot, einer der beiden Generali-Geschäftsführer, dementierte außerdem, dass Generali an einer Beteiligung an der Swiss Life interessiert sei. Auch eine Allianz mit dem Mailänder Kredithaus Mediolanum sei nicht in Sicht.

Die Generali habe außerdem keine Absicht, die Immobilienbranche auszugliedern und an die Mailänder Börse zu bringen. Die Zeit sei dafür nicht reif, betonte das Mitglied des Generali-Aufsichtsrats, Giovanni Perissinotto. In Italien wuchsen die Prämieneinnahmen der Versicherungsgesellschaft um 10,8 Prozent, in Deutschland um 4,6 Prozent was dem Markttrend entspricht. In Frankreich seien die Prämieneinnahmen um 20,6 Prozent gestiegen. (APA)

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