Regierung will Mobilcom retten

13. September 2002, 19:00
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Insolvenz gefährdet 5000 Arbeitsplätze

Büdelsdorf - Nach dem beschlossenen Rückzug der France Télécom wollen die deutsche Bundesregierung und das Land Schleswig-Holstein den von der Pleite bedrohten Mobilfunkbetreiber Mobilcom retten. Dazu soll am Sonntag ein Krisengespräch im Berliner Wirtschaftsministerium stattfinden. Eine Regierungssprecherin schloss nicht aus, dass der Staat "dem in seinen Kernbereichen gesunden Unternehmen" mit Bürgschaften unter die Arme greifen könnte.

Insolvenzantrag

Der angekündigte Insolvenzantrag könne sich bis Anfang nächster Woche verzögern, sagte ein Sprecher der Mobilcom. Der Betrieb der Mobilfunk-, Festnetz und Internetdienste werde "uneingeschränkt" aufrechterhalten. Nach Angaben der Regulierungsbehörde für Telekommunikation fiele die UMTS-Lizenz von Mobilcom bei einer Pleite des Unternehmens oder dem Einstieg eines anderen Lizenzhalters an die Behörde zurück.

Der Großaktionär und Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid kündigte unterdessen an, er werde im Fall einer Insolvenz die France Télécom auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagen, weil sie Finanzierungszusagen nicht einhalte. Bei einer Pleite sind bis zu 5000 Arbeitsplätze in Gefahr, eine Übernahme des Unternehmens gilt wegen der Branchenkrise als unwahrscheinlich. (pkr, Reuters, DER STANDARD, Printausgabe 14.9.2002)

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