"Silberstreif am Horizont"

13. September 2002, 13:00
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UBS-Techfondsmanager Jim Hansel ist trotz Börsenkrise und Kursrückgängen bei Technologieaktien optimistisch

Jim Hansel, Technologie-Fondsmanager bei UBS in New York sieht trotz der Börsenkrise und den Kursrückgängen bei Technologieaktien einen Silberstreif am Horizont.

Das Umfeld für Technologieaktien war schlecht

Die Stimmungslage bei Technologie Fondsanlegern ist derzeit noch negativ. Massive Überkapazitäten und schwache Nachfrage führten zu schlechter Kursentwicklung bei Technologieaktien. Die Mittelabflüsse aus Technologie-Aktienfonds in den USA betrugen im Jahr 2001 ca. 3 Mrd. USD. Im Jahr 2002 stieg dieser Wert auf über 5 Mrd. USD. Die Folge waren zwangsläufig weitere Verkäufe der Fondsmanager, die in ihren Fonds entsprechende Liquidität für die aussteigenden Anleger verfügbar halten mußten. Natürlich führten die Bilanzskandale sowie die Gefahr von militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten zu weiterer Verunsicherung. Wie ist der Technologiesektor fundamental zu beurteilen?

Technologietrends entwickeln sich weiter

Im Gegensatz zur Börsensituation entwickeln sich die wichtigsten Technologietrends positiv. Durch die extrem hohen UMTS-Lizenzgebühren in Europa wurde diese zukunftsorientierte Technologie fast zum Negativtrend. Zumindest brachte es eine Reihe von Telekomanbietern an den Rand des Konkurses. Jim Hansel, Technologie-Fondsmanager bei UBS in New York zum Potenzial von Mobilfunkdiensten der 3. Generation: "Anders als in Europa sind 3G Services in Korea und Japan sehr erfolgreich und populär. Selbst in den USA sind die Erfolge bereits sichtbar." Ein weiteres Wachstumsfeld bleibt weiterhin e-Commerce.

Starkes Umsatzwachstum prägt die Entwicklung der großen Marktführer. Jim Hansel: "Amazon, eBay und Yahoo! zählen eindeutig zu den 'survivors des e-commerce' und können in den nächsten Jahren ihre dominierende Marktposition ausbauen und für weiteres Umsatzwachstum nutzen. Auch im Bereich der Nanotechnologie beobachten wir die Entwicklungen sehr genau. Es gibt derzeit aber noch keine effiziente Möglichkeit in Unternehmen in diesem Segment zu investiere. Geringfügige Überschneidungen gibt es mit dem Biotechnologie-Sektor."

Das Leben mit dem Technologiezyklus

Über die Jahrzehnte war immer wieder ein ähnliches Phänomen zu beobachten. Beispielsweise die Markteinführung der PCs im Jahr 1982, die Entwicklung von Windows und CD-ROM's im Jahr 1991, Netzwerke im Jahr 1993 bis hin zu GSM Mobiltelefonen ab 1995 und vor allem dem Internet im Jahr 1999 und 2000. Jim Hansel: "Die Performance der Technologie-Indizes zeigt deutlich, daß zu Beginn neue Technologien gar nicht wahrgenommen werden und sich dann sehr oft extrem rasch zu einer Euphorie entwickeln. Diese Übertreibung nach oben war nicht nur bei der Einführung des Internets zu beobachten. Danach folgt zwangsläufig der Abschwung. Erwartungen werden realistischer und Technologien bewegen sich danach sehr oft auf einem stetigen Wachstumspfad, der mit der technologieschen Weiterentwicklung im Einklang steht. Aber auch diese Phase birgt Gefahren in sich. Marktpositionen von Unternehmen können sich verschieben, Preise dramatisch fallen und Technologien durch neue Innovationen bedroht werden."

Moderat positive Performance erwartet

Jim Hansel, UBS, erwartet für die nächsten Jahre moderat positive Erträge im globalen Technologiesektor. Nach extrem guten Jahren 1998 (+67,5 %) und 1999 (+130,8 %) erlebt man nun schon das dritte Jahr in Folge mit deutlich negativer Performance (2000 -39,6 %, 2001 -28,5 % und lfd. 2002 -40,5 %). Eine Vergleichsanalyse zeigt, daß der UBS (Lux) Equity Fund - Technology - in den letzten 3 Jahren in positiven Perioden besser als die Konkurrenz war und in negativen Jahren im Mittelfeld zu finden war.

In Kooperation mit
  • Artikelbild
    e-fundresearch
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