France Telecom lässt MobilCom fallen

13. September 2002, 10:23
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Konzernchef Michel Bon nimmt seinen Hut - MobilCom vor Insolvenz

France Telecom will den deutschen Mobilfunkanbieter MobilCom endgültig fallen lassen. Wie am Donnerstagabend nach einer vierstündigen Krisensitzung des Verwaltungsrats in Paris aus dem Unternehmen verlautete, hat außerdem der Vorstandschef des hochverschuldeten französischen Telekommunikationskonzerns, Michel Bon, seinen Hut genommen. Eine Entscheidung über einen Rettungsplan für den hoch verschuldeten französischen Staatskonzern sei dagegen noch nicht gefallen.

5000 Arbeitsplätze

Die deutsche Regierung hatte bis zuletzt um eine Rettung von MobilCom gerungen. Nun droht MobilCom die Insolvenz. Bei der Firma stehen 5000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Vor der Sitzung hatte MobilCom-Vorstand Thorsten Grenz erklärt, im Fall eines Ausstiegs von France Telecom müsse das Unternehmen im schleswig-holsteinischen Büdelsdorf binnen weniger Tage die Insolvenz anmelden.

Schulden in Höhe von fast 70 Milliarden Euro

Mehr als vier Stunden hatten die 21 Mitglieder des Gremiums am Donnerstagabend über die Schulden des Konzerns in Höhe von fast 70 Milliarden Euro und die Zukunft der MobilCom-Beteiligung beraten. Dann sei die Entscheidung gefallen, MobilCom nicht mehr finanziell zu unterstützen, verlautete aus dem Gremium. France Telecom ist mit 28,5 Prozent an MobilCom beteiligt und seit einiger Zeit der einzige Kreditgeber für das angeschlagene deutsche Unternehmen.

Keine offizielle Bestätigung

Eine offizielle Bestätigung für die Informationen aus dem Verwaltungsrat gab es am Abend nicht. Für Freitagvormittag wird nach Angaben des französischen Rundfunks aber eine entsprechende Erklärung bei einer Pressekonferenz des Konzerns in Paris erwartet.

Auch Mobilcom wollte sich am Abend nicht äußern. Sprecher Matthias Quaritsch sagte der dpa: "Wir wollen erst die Pressekonferenz am Freitag abwarten." (APA)

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