Pakistans Staatschef nutzt Rede vor UNO zu Abrechnung mit Indien

12. September 2002, 22:56
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Wahlmanipulationen bei kommenden Wahlen in Kaschmir seien absehbar

New York - Der pakistanische Staatschef Pervez Musharraf hat seinen Auftritt vor der UN-Vollversammlung zu einer Abrechnung mit dem verfeindeten Nachbarland Indien genutzt. Neu Delhi benutze den internationalen Kampf gegen den Terrorismus, um die Unabhängigkeitsbestrebungen der Moslems in der umstrittenen Kaschmir-Region zu bekämpfen, sagte Musharraf am Donnerstag in New York. Außerdem versuche Indien, mit Terrorismus-Beschuldigungen einen Keil zwischen Pakistan und seine Verbündeten zu treiben.

Die Wahlen kommende Woche im indischen Teil von Kaschmir würden "erneut manipuliert" werden. Wahlen "unter indischer Besatzung" würden den Friedensbemühungen für die Region einen Rückschlag versetzen. Die Menschen im indischen Unionsstaat Jammu und Kaschmir müssten das Recht haben, "ihre Zukunft selbst zu bestimmen".

Am Montag beginnen in Jammu und Kaschmir die auf vier Runden angesetzen Regionalwahlen. Indien weigert sich, ausländische Beobachter zu dem Urnengang zuzulassen. Islamische Extremisten hatten im Vorfeld mit Anschlägen auf Kandidaten und Wähler gedroht und angekündigt, die Wahlen zu boykottieren. Die Rebellen kämpfen seit 1989 gewaltsam für eine Loslösung von Indien. Mehr als 35.000 Menschen wurden seither getötet. Neu Delhi wirft dem Nachbarland Pakistan vor, die Extremisten im überwiegend von Moslems bewohnten Kaschmir zu unterstützen. (APA)

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