Bush-Rede stößt auf geteiltes deutsches Echo

12. September 2002, 22:45
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Beide Kanzlerkandidaten bekräftigen Ablehnung eines Angriffs

Berlin - Die Irak-Rede von US-Präsident George W. Bush vor der UNO-Vollversammlung ist in Deutschland auf ein geteiltes Echo gestoßen. Bundeskanzler Gerhard Schröder bekräftigte am Donnerstag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Cottbus, dass sich seine Meinung zu einem Militäreinsatz gegen den Irak nicht geändert habe. Aus Respekt vor dem Bundestag werde er sich jedoch erst in der Debatte am Freitag detaillierter zu Bushs Rede äußern.

Zuvor hatte er in Regensburg seine Position wiederholt, dass sich Deutschland auch mit einem UNO-Mandat nicht an einer Militäraktion gegen den Irak beteiligen werde. Außenminister Joschka Fischer (Grüne) sagte in New York, Deutschland werde sich aktiv an einer friedlichen Lösung des Konflikts beteiligen. Die Bundesregierung sehe ihre tiefen Sorgen angesichts weiter offener Fragen bestätigt.

Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) begrüßte die Bush-Rede als Stärkung der Rolle der UNO. Das bestätige seine Auffassung, dass ein militärischer Alleingang eines Landes gegen den Irak nicht in Frage komme. Niemand habe einen Einsatz deutscher Soldaten verlangt, und niemand werde eine solche Aufforderung an Deutschland richten. Die Bundeswehr sei durch ihre Einsätze in Afghanistan und auf dem Balkan bis an ihre Grenze gefordert. (APA/Reuters)

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