Britischer Außenminister: Ziel sei nicht Sturz der Regierung

13. September 2002, 14:25
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Ein Regimewechsel sei bei Militäreinsatz zwar möglich - Konzentration liege aber auf der Entwaffnung des Irak

London/Warschau - Nach der Irak-Rede von US-Präsident George W. Bush vor der UN-Vollversammlung hat der britische Außenminister Jack Straw betont, Ziel der internationalen Gemeinschaft sei die Entwaffnung des Landes und nicht der Sturz von Machthaber Saddam Hussein. Ein Regimewechsel sei bei einem Militäreinsatz zwar möglich, sagte Straw in einem am Freitag vom britischen Rundfunksender BBC gesendeten Interview.

Die Konzentration liege aber auf den Massenvernichtungswaffen. Wenn sich der Irak durch strikte und bedingungslose Waffenkontrollen friedlich abrüsten lasse, gebe es keinen Grund mehr für einen Militäreinsatz. "Die Wahl für das Regime von Saddam Hussein ist sehr klar", betonte der Minister.

Polens Präsident unterstützt US-Haltung gegen Bagdad

Der polnische Präsident Aleksander Kwasniewski hat unterdessen seine Unterstützung für die USA im Irak-Konflikt bekräftigt. "Wenn der Irak die Erwartungen der internationalen Gemeinschaft (...) nicht erfüllt, gibt es keinen anderen Ausweg", sagte er im Rundfunksender "Radio Zet" über einen möglichen Militärschlag. "Das heißt, ein Angriff auf den Irak wird eine Verteidigung von uns allen gegen eine Bedrohung sein, die völlig außer Kontrolle geraten kann."

Nach der Rede von US-Präsident George W. Bush vor der UN- Vollversammlung könne Polen bekräftigen, "dass wir in der Anti-Terror-Koalition sind, dass wir mit den Amerikanern sind", sagte Kwasniewski. Auf die Frage nach einer möglichen Beteiligung polnischer Soldaten verwies er darauf, dass es zahlreiche Möglichkeiten der Unterstützung gebe, darunter auch logistische Hilfe und den Einsatz polnischer Soldaten an anderen Orten.(APA/dpa)

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    "Machtvoll und sehr effektiv" sei die Ansprache Bushs gewesen, meint der Britische Außenminister Straw.

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