Reservisten in Israel verweigern angeklagtem Offizier Gefolgschaft

12. September 2002, 19:23
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Vorgesetzter soll Palästinenser misshandelt haben

Jerusalem - Weil sie die Verurteilung ihres Vorgesetzten wegen Misshandlung eines Palästinensers verlangen, wollen mehrere israelische Reserveoffiziere vorübergehend vom Militärdienst befreit werden. Die Soldaten hätten bei Generalstabschef Moshe Yaalon schriftlich um ihre Suspendierung ersucht, berichtete der israelische Rundfunk am Donnerstag. Sie wollten so lange von ihren Funktionen enthoben werden, bis der Prozess gegen ihren Kommandeur wegen der Misshandlung eines jungen Palästinensers entschieden sei.

Oberstleutnant Geva Segay wird beschuldigt, im April während der "Operation Schutzwall" im Westjordanland einen Jugendlichen misshandelt und missbraucht zu haben, wie die Zeitung "Haaretz" berichtete. Zudem habe er eine senegalesische Haushaltshilfe als menschlichen Schutzschild benutzt. Mehrere Segay unterstellte Offiziere hätten Strafanzeige gegen ihn gestellt.

Dem Rundfunkbericht zufolge protestierten die Reservisten in ihrem Brief an den Generalstabschef gegen den Verbleib Segays im Amt. Er tauge weder zum Soldaten noch zum Kommandeur. Der Oberstleutnant wurde bislang nicht vom Dienst suspendiert, da er nach Angaben seiner Vorgesetzten vor einer Verurteilung als unschuldig anzusehen sei. Im Fall Segay ermittelt die Militärpolizei. (APA)

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