Die Knappen der Vorzeit

12. September 2002, 18:54
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Bergbau gab es im Montafon schon in der Bronzezeit

Schruns - Die ursprüngliche Bedeutung des rätoromanischen Wortes "Montafon" sei "durchlöcherter Berg", erzählt der Führer beim Gang durch den historischen Stollen in Bartholomäberg. Dort wird die Geschichte des mittelalterlichen Bergbaus nacherzählt. Archäologen vermuten aber, dass die Montafoner ihre Berglandschaft schon viel früher nach Erzen durchwühlt haben.

Nach zwei Grabungssommern steht fest, dass die Besiedlung des Montafons bereits in der Bronzezeit (nach Mitte des dritten vorchristlichen Jahrtausends) begonnen hat. Jetzt sucht ein interdisziplinäres Team aus Archäologie, Botanik und Metallurgie auch nach Spuren prähistorischer Bergleute.

Bei den diesjährigen Grabungen, an den 15 Studentinnen und Studenten der Universitäten Berlin, Wien, Freiberg, Tübingen und Oxford teilnahmen, fand man im Silbertal erste Hinweise auf vorgeschichtlichen Bergbau. Die Knappen der Vorzeit, berichtet Grabungsleiter Rüdiger Krause, haben im Untertagebau und mit Feuersetztechniken gearbeitet. Freilegen will man die Funde im Sommer 2003. (jub/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13. 9. 2002)

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