Hühner haben nichts zu lachen

12. September 2002, 19:01
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Geflügel das eigentliche BSE-Opfer: Geringster Rindfleischkonsum seit 40 Jahren

Wien - Die BSE-Krise hat den Rindfleischverbrauch der Österreicher auf das niedrigste Niveau seit 40 Jahren sinken lassen. Gleichzeitig stieg bei Geflügel sowohl die Produktion als auch der Absatz: Mit insgesamt 148.100 Tonnen Geflügelfleisch beziehungsweise 18,4 kg pro Kopf stieg der Verbrauch um acht Prozent auf einen neuen Rekordwert. Die Bruttoeigenerzeugung von Geflügelfleisch lag mit 108.400 Tonnen um zwei Prozent höher.

Der Verbrauch von Rindfleisch ging, nach dem Auftreten der ersten BSE-Fälle Ende 2000 in Europa, im ersten Jahresdrittel drastisch zurück. Im Laufe des Jahres konnte der Verbrauch in Österreich zwar stabilisiert werden, bleibt aber mit einem Volumen von 148.500 Tonnen bzw. 18,4 kg pro Kopf um sechs Prozent unter dem Wert des Vorjahres und der vergangenen vier Jahrzehnte, geht aus den Berechnungen von Statistik Austria hervor.

Weniger Schweinefleisch

Rückläufig war im Vorjahr auch der Verbrauch von Schweinefleisch: Der Pro-Kopf-Verbrauch ging um sieben Prozent auf 56,8 kg zurück, lag allerdings damit immer noch an erster Stelle beim Fleischkonsum der Österreicher. Die Bruttoeigenerzeugung von Schweinefleisch betrug 465.400 Tonnen und lag damit um vier Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Inland wurden insgesamt 5,163.600 Schweine (minus drei Prozent) mit einem durchschnitt- lichen Schlachtgewicht von 94,6 kg geschlachtet.

Der gesamte Fleischverbrauch sank in Österreich 2001 um vier Prozent auf insgesamt 792.400 Tonnen bzw. 98,3 kg pro Kopf. Die Fleischproduktion (einschließlich Innereien) verringerte sich 2001 um ein Prozent auf 862.400 Tonnen.

Von anderen tierischen Produkten wurden konsumiert: 768.300 Tonnen Trinkmilch bzw. 95,3 kg pro Kopf, 1,8 Mrd. Stück Eier (221 Stück pro Kopf) und 49.300 Tonnen Fisch oder 6,1 kg pro Kopf. Der Grad der Selbstversorgung machte bei Rind- und Kalbfleisch 152 Prozent, bei Schweinefleisch 102 Prozent, bei tierischen Fetten 111 Prozent und bei Eiern 77 Prozent aus. (APA, DER STANDARD, Printausgabe 13.9.2002)

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    Der Geflügelverbrauch erreichte im Vorjahr infolge der BSE-Krise einen Rekordwert. Jeder Österreicher kam im Schnitt auf 18,4 kg Geflügel.

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