"Die Rückkehr des Spesenritters"

12. September 2002, 17:36
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SP und Grüne kritisieren Haiders Spesen

Wien/Klagenfurt - "Die FPÖ- ist die Privilegienpartei schlechthin", ätzte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures am Donnerstag. Haiders Rückkehr in die Bundespolitik müsste eigentlich unter dem Titel "Die Rückkehr des Spesenritters" laufen. Die FPÖ habe "schon längst jede Glaubwürdigkeit als Vertreter der einfachen Menschen verloren".

Auch die Grünen setzen sich auf die Spesengeschichte drauf: Der neue Altparteiobmann gerate zum "größten Spesenabzocker der Republik", meinte Karl Öllinger.

Laut einer von Susanne Riess-Passer und Jörg Haider im Jahr 2000 unterzeichneten Vereinbarung stehen dem Kärntner Landeshauptmann fünf Millionen Schilling Aufwandsentschädigung von der Bundespartei zu. Weitere 1,2 Millionen Schilling pro Jahr überweise die Wiener Zentrale für Haiders Pressesprecher, berichtet Format. In Summe habe dies die FPÖ seit Mai 2000 zumindest 15 Millionen Schilling gekostet. Haiders opulente Spesenpauschale sei auch vom FPÖ-Vorstand abgesegnet.

Laut Format habe die FPÖ zumindest 15 Millionen Schilling nach Klagenfurt - weit mehr als jene 8,8 Millionen, die Kärntens FPÖ-Parteiobmann Martin Strutz in der Vorwoche "offen gelegt" hat. Haider habe seine Spesenpauschale von fünf Millionen bisher regelmäßig überzogen.

Einen lukrativen Auftrag der Partei erhielt laut Format der ehemalige Bundesgeschäftsführer der Partei, Gernot Rumpold, mit seiner Werbeagentur Mediaconnection: Laut einem bis Ende 2004 laufenden Vertrag gehen pro Monat 500.000 Schilling von der Bundespartei an die Werbeagentur. (red/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.9.2002)

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