Maoistische Rebellen in Nepal drängen Regierung zu Gesprächen

12. September 2002, 17:19
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Angriffe der vergangenen Tage forderten über 300 Tote

Kathmandu - Nach einer Serie blutiger Überfälle mit mehr als 300 Toten haben die maoistischen Rebellen in Nepal die Regierung zur Wiederaufnahme des Dialogs gedrängt. Wenn sich die Regierung "zu einem positiven und friedlichen Ausweg" aus dem Konflikt entscheide, seien die Rebellen zu einem Waffenstillstand bereit, erklärte ihr Anführer Pushpa Kamal Dahal am Donnerstag. Eine offizielle Antwort der Regierung lag zunächst nicht vor.

Aus dem Umfeld von Ministerpräsident Sher Bahadur Beuba verlautete jedoch, die Regierung nehme das Angebot nicht ernst. Zunächst müssten die Rebellen ihre Forderung nach einer Abschaffung der Monarchie fallen lassen.

Bei Angriffen der Guerilla auf Sicherheitsposten in dem südasiatischen Königreich wurden in den vergangenen Tagen nach amtlichen Angaben 115 Sicherheitskräfte und mehr als 200 Rebellen getötet. Deuba hatte nach seinem Amtsantritt im vergangenen Sommer einen Waffenstillstand mit den Maoisten vereinbart. Die Friedensgespräche scheiterten jedoch im November am Streit über die Abschaffung der Monarchie. Den daraufhin verhängten Ausnahmezustand ließ die Regierung Ende August auslaufen. Mitte November wird in Nepal ein neues Parlament gewählt. (APA)

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    Rebellenaufmarsch in Dolkha, 200 km östlich der Hauptstadt Kathmandu

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