Skandalmanager Kozlowski unter Druck

12. September 2002, 19:57
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Staatsanwalt wirft Ex-Tyco-Chef Plünderung des Unternehmens vor

New York - Der New Yorker Staatsanwalt Robert M. Morgenthau, die amerikanische Wertpapier- und Börsenkommission SEC und der Mischkonzern Tyco International haben den ehemaligen langjährigen Tyco-Konzernchef L. Dennis Kozlowski in drei separaten strafrechtlichen und zivilen Klagen wegen der Plünderung des Unternehmens und zahlreichen anderen Verstößen verklagt.

Morgenthau gab bekannt, dass eine Klagekammer Kozlowski und den ehemaligen Tyco-Finanzchef Mark Swartz der Unternehmenskorruption beschuldigt hat. Sie sollen Tyco um mehr als 170 Millionen Dollar geplündert und sich durch betrügerische Wertpapierverkäufe 430 Millionen Dollar beschafft haben. Mark Belnick, der frühere Tyco- Syndikus, soll Unterlagen gefälscht haben, um 14 Millionen Dollar an Tyco-Krediten an sich selbst zu verheimlichen. Der New Yorker Staatsanwalt will mehr als 600 Millionen Dollar (615 Mio Euro) an Vermögenswerten von Kozlowski und Swartz einfrieren.

Die SEC hat die drei ehemaligen Tyco-Spitzenmanager in einer zivilen Betrugsklage beschuldigt, Tyco wie eine Privatbank behandelt zu haben. Kozwlowski und Swartz hätten sich selbst hunderte von Millionen Dollar an Niedrigzins- oder zinslosen Krediten gewährt und für persönliche Zwecke verwendet. Sie hätten dies nicht bekannt gegeben. Sie hätten das Unternehmen später dazu veranlasst, dutzende von Millionen Dollar an Krediten zu streichen. Belnick habe 14 Millionen Dollar an zinslosen Krediten für den Kauf von zwei Wohnungen in New York und Park City (Utah) verheimlicht. Die SEC verlangte eine Rückgabe aller unrechtlich vereinnahmten Gelder und andere Strafen.

Betrugsvorwurf

Tyco beschuldigte seinen ehemaligen langjährigen Chef des Betrugs. Er soll sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen mehr als 100 Millionen Dollar Gelder unrechtmäßig angeeignet haben, darunter Boni von insgesamt 58 Millionen Dollar und nicht genehmigte Kredite von 43 Millionen Dollar. Er soll dieberischen Aktionen dem Verwaltungsrat verheimlicht haben.

Kozlowski soll auch eine Reihe von Eigenhandels-Geschäften durchgeführt haben bei denen er Eigentum zu übertriebenen Preisen an das Unternehmen verkaufte. Tyco fordert die Rückzahlung aller zwischen 1997 und 2002 gewährten Kredite und die Rückgabe aller in dieser Zeit gezahlten Bezüge und Leistungen.

Die Tyco-Aktien sind am Donnerstag um 1,18 Prozent auf 18,01 Dollar gestiegen. Sie haben allerdings in diesem Jahr rund 70 Prozent an Wert verloren. Der ehemalige Motorola-Präsident und neue Tyco-Chef Edward D. Breen, ein in der Wall Street geschätzter Unternehmer, will Tyco wieder auf Vordermann bringen. Breen hat gerade den angesehenen Finanzchef des Mischkonzerns United Technologies, David J. FitzPatrick, als neuen Tyco-Finanzchef angeheuert. (APA)

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    Ex-Tyco-Chef Dennis Kozlowski drohen hunderte Millionen an Rückzahlungen.

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