Deutsche Bank schließt 260 Filialen

12. September 2002, 14:26
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Rund 4.000 Arbeitsplätze werden noch heuer abgebaut

Frankfurt - Die Deutsche Bank schließt noch in diesem Jahr 260 ihrer 1.030 Privatkunden-Filialen in Deutschland. Das kündigte Herbert Walter, Mitglied des Führungsgremiums des Instituts, am Donnerstag in Frankfurt an. Sie werden zum Teil durch 300 Selbstbedienungsterminals und 120 mobile Beratungsstellen ersetzt. Diese Zusammenlegungen stehen in Zusammenhang mit dem Umbau des Privatkundengeschäfts des Geldhauses.

Der neue Unternehmensbereich um die ehemalige Deutsche Bank 24 ist künftig auch für 30.000 Freiberufler und Familienunternehmen zuständig, die bislang der Sparte Firmenkunden und Investmentbanking zugeordnet waren.

4.000 Jobs weniger

Der Umbau wird insgesamt rund 4.000 von 25.000 Stellen kosten. Über den Abbau von 1.800 davon wird noch mit dem Betriebsrat verhandelt. Diese Personalkürzungen seien Bestandteil der bereits angekündigten Abbaupläne der Deutschen Bank, betonte Walter. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht auszuschließen, sollten aber so gering wie möglich gehalten werden.

Das Geschäftsfeld Private & Business Clients der Deutschen Bank soll im Jahr 2004 ein operatives Ergebnis von einer Milliarde Euro erzielen, wurde am Donnerstag weiter prognostiziert. "Es ist unser Ziel, das operative Ergebnis bis 2004 auf eine Milliarde Euro signifikant zu steigern und auch den Sprung an die Spitze der europäischen Liga zu schaffen", sagte Herbert Walter, Global Head für Private & Business Clients am Donnerstag bei der Präsentation der Neuorganisation der Privatkundenaktivitäten der Bank in Frankfurt.

Bündelung

Die Deutsche Bank will das Geschäft mit vermögenden Privatkunden, das Massenkundengeschäft der Deutschen Bank 24, die Online-Aktivitäten von maxblue und Teile des Firmenkundengeschäfts unter dem Namen Deutsche Bank bündeln. Die Einführung des neuen Angebotes solle schrittweise ab Oktober 2002 erfolgen, sagte Walter weiter. Nach der technischen Umstellung aller Systeme zum Monatsanfang werde Mitte Oktober der eigentliche Marktauftritt des Geschäftsbereiches Deutsche Bank Private & Business Clients beginnen.

Die Zielgruppen des Geschäftsbereiches, der Walters Worten zufolge zu den acht Kernbereichen der Deutschen Bank zählt, sollen künftig in 1.300 so genannten "Investment & Finanzcentern" betreut werden. In Deutschland werde die Bank ab kommendem Jahr über 770 dieser Center verfügen. Damit werde ein neues Format eingeführt, das das bisherige Netz von Filialen und Kompetenzzentren modernisieren solle.

Fokus auf Investmentbanking

Die Deutsche Bank richtet wie andere deutsche Geldhäuser ihr Augenmerk angesichts sinkender Erträge vor allem im Investmentbanking-Geschäft wieder verstärkt auf Privat- und Firmenkunden. Vorstandschef Josef Ackermann hatte in der vergangenen Woche gesagt, sein Haus wolle in den nächsten zwölf bis 18 Monaten in diesem Bereich zum Rivalen Citibank aufschließen. (APA/dpa/Reuters)

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