Aus Schnitzlers "Reigen" wird "Bolero"

13. September 2002, 13:13
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Tanzuraufführung im Salzburger Landestheater

Salzburg - Nach "Die vier Jahreszeiten" präsentiert das Salzburger Landestheater am Freitagabend eine weitere Balletturaufführung: "Bolero" frei nach Arthur Schnitzlers "Reigen", eingerichtet von Christian Martin Fuchs, dem Dramaturgen im Team von Intendant Lutz Hochstraate. Landestheater-Ballettchef Peter Breuer, der mit dieser Uraufführung sein 40-jähriges Bühnenjubiläum feiert, hat das Tänzerensemble von zwölf auf 16 Leute erweitert und eine ebenso bunte wie dramatische Choreografie geschaffen.

In Art eines Psychothriller nach Arthur Schnitzler reffen sich in einer Abflughalle eines südamerikanischen Flughafens unterschiedlichsten Gestalten. Einer nach dem anderen gehen sie Beziehungen zueinander ein. Im Gegensatz zum "Reigen" Schnitzlers zwingen Fuchs und Breuer ihre leidenschaftlichen Protagonisten mittels stornierter Flugzeuge zum gleichzeitigen Aufeinandertreffen und damit zur Konfrontation. Erst wenn am Ende des Stückes Ravels "Bolero" erklingt, finden die einzelnen Figuren zu sich selbst zurück und verlieren sich in den individuellen Schicksalen und Reisezielen.

Zum Bühnenbild von Rudolf Rischer tanzen diesmal 16 Leute in den Kostümen von Bettina Richter. Musikalisch getragen wird der Abend nicht nur von Maurice Ravel, sondern - wesentlicher - von Frank Zappa, Eurythmics, Trilog Gurtu, Nat King Cole oder Sergej Rachmaninow. Außerdem werden elektronische Übertitel verwendet, in denen nicht nur der Handlungsablauf verdeutlicht werden soll, sondern auch sämtliche Texte der Musikstücke übersetzt werden. (APA)

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