Mehr als 20 Tote im indischen Teil Kaschmirs

12. September 2002, 18:13
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Gewalt eskaliert vor Parlamentswahlen

Srinagar - Wenige Tage vor der Parlamentswahl im indischen Teil Kaschmirs eskaliert die Gewalt: Binnen 24 Stunden kamen bis Donnerstag mehr als 20 Menschen ums Leben, darunter mehrere Mitglieder der Regierungspartei JKNC. Zwei Mitarbeiter der Partei wurden bei einem Rebellenangriff rund 50 Kilometer südlich von Srinagar getötet, wie die Polizei berichtete. Drei islamische Extremisten wurden bei einem versuchten Überfall auf Polizisten getötet. Mindestens ein Soldat fiel in der Nacht einer Granatenexplosion zum Opfer.

Bereits am Mittwoch waren bei Anschlägen 18 Menschen getötet worden, unter ihnen der Justizminister des Unionsstaats Jammu und Kaschmir, Mustaq Ahmad Lone. Während der Beerdigung Lones am Donnerstag kam es zu neuer Gewalt. Hunderte Trauergäste flüchteten, weil Schüsse und Explosionen zu hören waren. Die Polizei berichtete von Schusswechseln nahe der Trauerfeier, an der auch der indische Verteidigungsminister George Fernandes teilnehmen sollte. Fernandes traf jedoch erst später ein, als sich die Lage wieder beruhigt hatte. Mindestens vier Soldaten wurden nach Berichten von Augenzeugen verletzt.

Vor der am Montag beginnenden Parlamentswahl in Jammu und Kaschmir haben militante islamische Gruppen ihre Angriffe auf Politiker und Parteianhänger verstärkt, die ihrem Aufruf zum Wahlboykott nicht folgen. Rund 32.000 Sicherheitskräfte wurden für die Wahl abgestellt.

Die drei am Donnerstag getöteten Extremisten gehörten laut Polizeiangaben der verbotenen Gruppierung Al-Badr an. Dutzende islamische Gruppen kämpfen in dem überwiegend von Moslems bewohnten Himalayagebiet für einen unabhängigen Staat oder den Anschluss an Pakistan. Seit 1989 sind in dem Konflikt mehr als 60.000 Menschen getötet worden. (APA/AP)

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