SPÖ: "Nicht aufwendiger" Wahlkampf geplant

12. September 2002, 12:41
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Verzicht auf "War Room" - Budget von 7,5 Millionen Euro - Ziel: Stärkste Partei

Wien - Die SPÖ will "einen effizienten, aber nicht aufwändigen Wahlkampf führen": Das sagte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl am Donnerstag in einer Pressekonferenz in Wien. Einen eigene große Wahlzentrale wie den "War Room" vor der Nationalratswahl 1999 werde es nicht geben. Das Wahlkampfbudget bezifferte Kuntzl mit 7,5 Mill. Euro. Das Ziel: stärkste Partei zu bleiben und das Brechen der schwarz-blauen Mehrheit. Nur dann könnten nämlich nach der Nationalratswahl, die voraussichtlich am 24. November statt findet, ernsthafte Koalitionsverhandlungen geführt werden.

Diesen Schluss zieht Kuntzl aus Aussagen von Bundeskanzler und ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel. Dieser strebe ganz offensichtlich erneut eine Zusammenarbeit mit der FPÖ an, so die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin. Die SPÖ wolle sich dagegen noch auf keine Koalitionsform festlegen - "das Fell des Bären ist noch nicht zu verteilen". Ausgeschlossen werde lediglich eine Kooperation mit der FPÖ. Die SPÖ werde daher auch "keinen Lagerwahlkampf führen". Nun gehe es darum, in der Bevölkerung "möglichst viel Vertrauen zu gewinnen".

Ein Knackpunkt dabei: die Bevölkerung wisse, dass die SPÖ gegen den Abfangjäger-Ankauf eintrete. Die ÖVP stehe dagegen für diese Beschaffung. "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben", kommentierte Kuntzl den Entschluss Schüssels, die Entscheidung über den Ankauf der Flugzeuge zu verschieben. Die Wahl werde damit auch zur Volksabstimmung, jede Stimme für die SPÖ zur Unterschrift gegen die Beschaffung.

Jede Stimme für die ÖVP werde dagegen eine für eine neuerliche Regierungsbeteiligung der Freiheitlichen, betonte Kuntzl. Im Übrigen zeige die FPÖ in den vergangenen Tagen wieder ihr wahres Gesicht: Mit Jörg Haider und Herbert Haupt habe eine "stramme Männerpartie" das Ruder übernommen. Haider warf Kuntzl vor, für die absehbare Wahlschlappe nicht die Verantwortung übernehmen zu wollen und nun gerade jenen Minister als Spitzenkandidaten eingesetzt zu haben, der für den Belastungskurs - von Ambulanzgebühren bis Pensionskürzungen - verantwortlich sei. Damit stehe die FPÖ klar zum Belastungskurs der vergangenen zweieinhalb Jahre. (APA)

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