DJ Westbam als Polit-Aktivist

12. September 2002, 19:27
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"Diese ganzen Subventionen für Kultur gehören abgeschafft" - "Die rechteren Spießer sitzen bei der SPD"

Hamburg - Der mit der Techno-Szene berühmt gewordene und aktuell mit seine Kollaboration mit Popstar Nena bei MTV und VIVA sehr präsente DJ Westbam hat für eine Abschaffung aller Kultursubventionen plädiert. Er sagte in einem Interview der Zeitschrift "Max", die Forderung von Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin, mehr deutsche Pop-Musik im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu spielen, sei ein "durch und durch sozialdemokratischer Gedanke, den ich natürlich scheiße finde." DJ Westbam fügte hinzu: "Ich halte es mit Thomas Bernhard: Diese ganzen Subventionen für Kultur gehören abgeschafft. Entweder überzeugt man die Leute oder nicht."

Er kritisierte aber auch die Programme der ARD-Sender: "Die Arbeit der öffentlich-rechtlichen Musikredakteure führt jetzt schon zu den geschmacklosesten Entgleisungen. Das sollte man nicht noch weiter unterstützen." Über Politiker sagte DJ Westbam: "Bei der Loveparade haben sich SPD und Grüne als die großen Jugendkulturhasser und Verhinderer erwiesen. Die CDU zeigte sich aus einem biederen Kommerzverständnis heraus toleranter, allein wegen der Steuereinnahmen."

Auf die Frage, ob er am 22. September wählen gehe, sagte er: "Wahrscheinlich, aber ich weiß noch nicht was. Der Sinn von Demokratie ist es ja, Regierungen abzuwählen. Andererseits möchte ich Stoiber nicht als Kanzler sehen." An der SPD kritisierte der Musiker: "Die hat den rechtsradikalen Schily zum Innenminister gemacht, die ist in den ersten Krieg von deutschem Boden aus seit 1945 gezogen. Ich habe das Gefühl, die rechteren Spießer sitzen bei der SPD." (APA/AP)

  • WestBam auf der Maxi-CD "Oldschool, Baby"
    foto: low spirit/bmg

    WestBam auf der Maxi-CD "Oldschool, Baby"

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