Wegen "Raubes ohne Opfer" verurteilt

12. September 2002, 12:21
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Unbedingte Haft für zwei Schüler - Opfer meldete sich nie

Klagenfurt - Wegen versuchten schweren Raubes sind am Donnerstag am Landesgericht Klagenfurt ein 23-Jähriger aus Zwettl und sein gleichaltriger Kärntner Komplize aus dem Lavanttal zu unbedingten Haftstrafen verurteilt worden. Das Duo hatte vor Jahren in Villach einen Mann mit einer Gaspistole überfallen. Das Opfer meldete sich jedoch nie. Die Tat flog auf, weil die Angeklagten damit geprahlt hatten.

Seine sechs Monate Haft nahm der Niederösterreicher an. Der Kärntner erbat sich zu seinen fünf Monaten drei Tage Bedenkzeit.

Überfall mit Gaspistole

Im Alter von 18 Jahren hatten die beiden Schüler einer Klagenfurter HTL in Villach ein Bordell besucht. Dort war ihnen das Geld, das eigentlich für den Führerscheinerwerb gedacht war, ausgegangen. So verfielen sie auf die Idee, "Bares aufzustellen". Weil der Kärntner dem Niederösterreicher schon in der Schule eine Gaspistole übergeben hatte, kamen sie laut Staatsanwalt Bernhard Kaplaner auf die Verübung eines Raubes.

Einen Asiaten erkoren sie als Opfer aus, um sich für weitere Bordellbesuche Geld zu beschaffen. Der Niederösterreicher umklammerte den Mann von hinten und wollte die Waffe ansetzen. Das Opfer wehrte sich jedoch, und der Haupttäter wurde zu Boden geschleudert. Mit Hilfe des Komplizen entkam er. Durch Prahlerei in der Schule kam man auf die beiden jungen Erwachsenen.

Der Niederösterreicher sagte zum Vorsitzenden des Schöffensenats, Richter Michael Schofnegger: "Wir waren einfach cool mit der Waffe und träumten vom Gangstertum. Doch heute will ich einen Strich ziehen und ein neues, ehrliches Eheleben beginnen." Der Komplize leugnete jede Mitwirkung an der Tat, was ihm aber nicht geglaubt wurde. Richter Schofnegger: "Er hat an dem Raub psychisch mitgewirkt, indem er die Waffe lieferte und sich während der Tat in der Nähe befand." (APA)

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