Morgendliche Schießerei im Grazer Zuhälter-Milieu

12. September 2002, 12:16
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"Feuergefecht" mit verrosteter Pistole - Ein Mann wurde festgenommen -

Graz - Zu einer Schießerei im Zuhälter-Milieu ist es am Donnerstag in den frühen Morgenstunden in der Grazer Lendplatz-Gegend gekommen. Als der 40 Jahre alte Alois L. erfahren hatte, dass ihm der beschäftigungslose Schlossergeselle Thomas W. (32) "in die Kniescheibe schießen" wolle, suchte und fand L. mit vier "Begleitern" den Kontrahenten in einem Lokal in der Mariahilferstraße. W. dürfte Angst bekommen haben und gab zwei Schüsse ab, die jedoch niemanden trafen.

Waffe war verrostet - Schuss löste sich nicht

Bei der folgenden Rangelei soll W. einem der Begleiter von L. die Pistole auf die Brust gesetzt und abgedrückt haben. Da die Waffe jedoch laut Polizei alt und verrostet war, habe sich kein Schuss gelöst. Der arbeitslose Schlosser wurde Minuten später von einer Polizeistreife festgenommen.

Bei den Aussagen der Kontrahenten, die am Vormittag einvernommen wurden, gebe es Widersprüche, so ein Sprecher der Grazer Bundespolizeidirektion. Fest steht, dass der Schlossergeselle W. zum Tatzeitpunkt alkoholisiert gewesen ist. Dass er einem der Begleiter von L. die Pistole auf die Brust gesetzt und abgedrückt haben soll, bestreitet er.

Alois L. soll nach den ersten beiden Schüssen auf die Straße gelaufen sein. W. folgte ihm und soll ihm einmal nachgeschossen haben. Als die Polizei den 32-Jährigen kurze Zeit später festnahm, hatte er die Pistole, eine nicht registrierte Astra Llama 9 mm, noch im Hosenbund. Zwei Patronen hatten sich im Laderaum verklemmt.

Nach Auskunft der Polizei sind alle Beteiligten einschlägig amtsbekannt, "mit einem schönen Vorakt". W. gab bei den Einvernahmen bisher an, er habe nicht gezielt auf die fünf Kontrahenten gefeuert, sondern aus Angst "in den Boden geschossen". (APA)

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