Babymorde in Tirol und Deutschland: Innsbruckerin in U-Haft

12. September 2002, 19:23
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Kindesmord als Verzweiflungstat der Mutter wird ausgeschlossen

Innsbruck - Die Ermittlungen zum Tod eines Tiroler Säuglings und der Leiche eines Babys in Bayern laufen auf Hochtouren. Die Mutter des toten Säuglings befindet sich bereits in Untersuchungshaft.

Die Frau steht im Verdacht, ihr Baby im Juli kurz nach der Geburt in ihrer Wohnung in Innsbruck ermordet zu haben. Die Tat wurde durch einen Zufall entdeckt: Die Tirolerin war mit schweren Blutungen und einer starken Blutvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden. Die Ärzte stellten fest, dass die 30-Jährige kurz zuvor entbunden hatte und verständigten die Polizei.

Kein Kindsmord aus Verzweiflung

Die Beamten fanden in der Wohnung einen in einen Plastiksack gewickelten toten Buben. Die gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, dass das Kind ertränkt wurde. Anfangs waren Exekutive und Justiz davon ausgegangen, dass der Kindesmord eine Verzweiflungstat gewesen sei.

Mittlerweile wurde das ausgeschlossen. Am Zweitwohnsitz der Innsbruckerin in Bayern, wo die Frau arbeitete, wurde eine weitere Babyleiche gefunden. Das Kind sei lebensfähig gewesen, urteilte die Gerichtsmedizin. Die Polizei habe einen Tipp erhalten, der sie zu der zweiten Leiche geführt habe, hieß es.

Über die Todesursache des wahrscheinlich im Vorjahr geborenen Kindes gab es vorerst noch keine näheren Informationen. Die Identität des Vaters oder der Väter sei noch nicht bekannt. Die Untersuchungen sind noch voll im Gang, erklärte Thomas Lechner, Pressesprecher des Landesgerichts Innsbruck, am Donnerstag. Erste Ergebnisse sollen nächste Woche vorliegen. (APA)

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