Deutscher PR-Rat rügt Hunzinger wegen Beziehungen zu Politikern

12. September 2002, 23:28
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Unternehmer habe "in der Öffentlichkeit den Eindruck erweckt, dies sei übliche PR-Praxis"

Der Deutsche Rat für Public Relations hat den wegen seiner Geschäftsbeziehungen zu Politikern umstrittenen PR-Unternehmer Moritz Hunzinger gerügt. Hunzinger habe dem Ansehen des Berufsstandes erheblichen Schaden zugefügt, hieß es in einer Erklärung. Die Entscheidung sei einstimmig gefallen, hieß es weiter.

"Er hat durch sein Handeln, insbesondere durch solche Geldzuwendungen, die Politiker in Konflikte mit ihren öffentlichen Ämtern gebracht haben, in der Öffentlichkeit den Eindruck erweckt, dies sei übliche PR-Praxis", erklärten die Standesvertreter zu ihrer Entscheidung vom späten Mittwochabend in Frankfurt am Main. Durch seine anschließenden öffentlichen Äußerungen habe Hunzinger nicht dazu beigetragen, diesen Eindruck zu entkräften.

Code von Lissabon

Der Rat berief sich auf den so genannten Code von Lissabon. Darin sei unter anderem festgelegt, dass PR-Fachleute bei möglichen Interessenkonflikten gehalten sind, ihre Auftraggeber umgehend darüber zu informieren. Über weitere Verdachtsmomente könne man nicht abschließend beraten, "da unter anderem Herr Hunzinger dazu noch nicht befragt werden konnte". Hunzinger sagte Donnerstagfrüh im Hessischen Rundfunk, die Rüge sei ihm und seiner Belegschaft "egal".

Der umstrittene PR-Berater hatte zahlreiche Politiker aller deutschen Parlamentsparteien wegen der Zahlung von Vortragshonoraren in Bedrängnis gebracht. Verteidigungsminister Rudolf Scharping wurde im Juli von Bundeskanzler Gerhard Schröder wegen seiner Geschäfte mit Hunzinger entlassen. (APA/AP)

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    Moritz Hunzinger

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