London will UNO-Resolution mit "klarem Ultimatum"

12. September 2002, 14:29
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Bush: "Saddam ist der gefährlichste Diktator einer gefährlichen Welt"

London/Kopenhagen - London will bei der UNO-Vollversammlung am Donnerstag eine neue Resolution mit einem "klaren Ultimatum" an den Irak erreichen. Es sei "extrem wichtig" die Gründe für die Entwaffnung des Irak zu erklären, sagte der britische Verteidigungsminister Geoff Hoon am Donnerstag dem Radiosender BBC. Großbritannien und die USA würden "zur gegebenen Zeit" einen Bericht über die Gründe ihrer Besorgnis veröffentlichen. US-Präsident George W. Bush wollte am Donnerstag vor der UNO-Vollversammlung seine Haltung zum Irak-Konflikt darlegen.

"... in ihren Sitzen winden"

Aus US-Kreisen verlautete unterdessen, bei der Rede von Präsident George W. Bush werden sich einige der anwesenden Staats- und Regierungschefs "in ihren Sitzen winden". Bush wolle deutlich machen, dass der irakische Präsident Saddam Hussein der gefährlichste Diktator einer gefährlichen Welt sei. "Er wird alle seine Gründe darlegen", hieß es in den Kreisen. "Die UNO ist ignoriert worden, und das ist ein Problem für die Vereinten Nationen." Nach Angaben des US-Präsidialamtes sollte zudem am Donnerstag eine 22 Seiten umfassende Liste über die Missachtung von UNO-Resolutionen durch den Irak veröffentlicht werden.

Bush wirft Saddam vor, nach Massenvernichtungswaffen zu streben und hat einen Machtwechsel in Irak zu einem Ziel seiner Regierung erklärt. Die USA haben dabei einen Alleingang nicht ausgeschlossen. Zahlreiche Staaten haben sich gegen einen Militäreinsatz gegen Saddam ohne ein UNO-Mandat ausgesprochen. Deutschland hat eine Beteiligung der Bundeswehr an einem Militärschlag auch mit einem Mandat ausgeschlossen. Die irakische Regierung verweigert UNO-Waffeninspektoren die Einreise, die feststellen sollen, ob das Land über Massenvernichtungswaffen verfügt. Dies war nach dem Golfkrieg 1991 von der UNO angeordnet worden. (APA/Reuters)

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