Die Welt braucht Blaufränkisch

19. September 2002, 14:30
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Alois Kracher und Josef Tesch über die Chancen des österreichischen Rotweins am internationalen Markt

Am Montag präsentierte die WG Neckenmarkt mit Chef-Önologen Josef Tesch einen neuen Top-Rotwein, eine tiefdunkle, konzentrierte Cuvée aus Blaufränkisch, Cabernet Sauvignon und Zweigelt des Jahrgangs 2000, 18 Monate im Barrique gereift und von Süßwein-Guru Alois Kracher mental begleitet.

DER STANDARD: Plötzlich stellt man sich allenthalben die Frage, wie gut der heimische Rotwein jetzt wirklich ist. Warum das?

Alois Kracher: Wir hatten das Glück der hervorragenden Jahrgänge 1999/2000, die Erfahrung des Jahrgangs 1997, ein großes Potenzial an Winzern und an Traubensorten. Die Welt braucht nicht noch mehr Bordeaux, noch mehr Australier. Die Welt braucht Individualität. Ich hätte vor zehn Jahren nie gedacht, dass eine New Yorker Weinkarte einen österreichischen Rotwein braucht, heute seh' ich das anders.

Was kann in Sachen Rotwein aus Österreich denn überhaupt noch kommen?

Josef Tesch: Bei der Technologie haben wir internationalen Standard erreicht, Potenzial liegt noch in den Weingärten. Das ist halt langfristig und damit nicht so attraktiv, aber es braucht noch viel Analyse.

Und braucht es auch "internationale" Sorten wie Syrah, Cabernet und Merlot?

Alois Kracher: Es gibt nur einen Weg, den auch alle Großen gegangen sind: Individualität und Unvergleichlichkeit. Es braucht nicht noch mehr gute Weine, wo Cabernet Sauvignon drauf steht. Aber es braucht noch mehr Weine aus autochtonen Sorten mit Weltniveau. (derStandard/rondo/floh/13/9/02)

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