Oscar-Preisträgerin Kim Hunter gestorben

15. September 2002, 18:52
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Auszeichnung für ihre Stella Kowalski in "Endstation Sehnsucht" - Pop-Status als Zira in "Planet der Affen" - Glanzkarriere durch Kommunistenjagd getrübt

Wien/New York - Die amerikanische Schauspielerin Kim Hunter ist am Mittwoch in ihrem Haus in Greenwich Village in New York im Alter von 79 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. 1951 erhielt die Schauspielerin für ihre Darstellung der Stella Kowalski in dem Elia-Kazan-Film "Endstation Sehnsucht" den Oscar als beste Nebendarstellerin. Eine homogenere Glanzkarriere verhinderte der US-Senat, der sie in den Fünfziger Jahren als "unamerikanische" Sympathisantin der Linken auf die berüchtigte "schwarze Liste" setzte und damit mit jahrelangem de-facto-Berufsverbot belegte.

Star des Actors Studio

Kim Hunter galt einst als einer der hoffnungsvollsten Jungstars am Broadway und in Hollywood. Die am 12. November 1922 in Detroit als Janet Cole geborene Tochter einer Konzertpianistin wuchs in Miami auf, wo sie noch als Teenagerin ihr Bühnendebüt in einer lokalen Produktion gab. Talentscouts entdeckten das Mädchen, und sie unterschrieb ihren ersten Vertrag bei Filmproduzent David O. Selznick. Ab 1943 spielte sie in Hollywood u.a. im Michael Powell/ Emeric Pressburger-Klassiker "A Matter of Life and Death/ Stairway to Heaven" (1946).

Der größte Erfolg in Hunters Karriere war aber die Verfilmung des Bühnenstücks "Endstation Sehnsucht" von Tennessee Williams. Sie wurde für ihre Darstellung der Stella Kowalski, die sie auch bei der Uraufführung am Broadway in New York gespielt hatte, enthusiastisch gefeiert. Die Rolle hatte sie im neugegründeten Actors Studio gemeinsam mit Marlon Brando, Jessica Tandy und dem Autor erarbeitet. Eine weitere starke Rolle spielte Hunter neben Humphrey Bogart in Richard Brooks "Deadline U.S.A." (1952).

Zwangspause

Trotz ihres großen künstlerischen Erfolges wurde Kim Hunter durch die US-Innenpolitik radikal aus der Bahn geworfen. In der Zeit der amerikanischen Kommunisten-Verfolgungen Anfang der fünfziger Jahre stand ihr Name im Pamphlet "Red Channels". Als Mitglied der "schwarzen Liste" erhielt die Schauspielerin jahrelang keine einzige Rolle mehr. Als sie wieder spielen durfte, wurde sie im Film fast nur noch in kleinen Charakter-Rollen eingesetzt. Als Medizinerin Dr. Zira war Hunter etwa in drei Filmen der Reihe "Planet der Affen" in den 60er- und 70er Jahren zu sehen. In New York und in vielen anderen amerikanischen Städten spielte sie jedoch anspruchsvolles Theater. (APA/AP)

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