Ein Toter und sechs Verletzte bei israelischem Vorstoß in Rafah

13. September 2002, 15:07
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Armee reißt mutmaßliche Waffenfabriken nieder

Gaza - Bei einem israelischen Vorstoß im Süden des Gazastreifens ist ein bewaffneter Palästinenser getötet worden. Sechs weitere Palästinenser wurden nach Angaben von Ärzten zum Teil schwer verletzt, als israelische Panzer in Rafah in der Nacht zum Freitag das Feuer eröffneten.

Ein Konvoi von 25 Panzern rückte unterstützt von zwei Kampfhubschraubern in das Gebiet vor, wie palästinensische Sicherheitskräfte mitteilten. Zwei Planierraupen hätten ein Wohnhaus und eine Metallfabrik eingerissen. Die Armee teilte mit, in der Region seien zwölf Palästinenser festgenommen worden, unter ihnen vier als mutmaßliche Attentäter Gesuchte.

Die Armee zerstörte zudem nach eigenen Angaben sechs weitere Metall verarbeitende Fabriken, in denen nach israelischer Darstellung Waffen und Munition hergestellt wurden. Palästinensische Kämpfer hätten zudem einen Sprengsatz explodieren lassen und mehrere Raketen auf die israelischen Truppen abgefeuert. Dabei sei allerdings niemand verletzt worden. Erst in der vorangegangenen Nacht war die Armee in das Flüchtlingslager El Mughasi im Gazastreifen eingedrungen und hatte zwei Häuser abgerissen. Nach Angaben von Bewohnern gehörte eines davon einem Mitglied der radikalislamischen Hamas-Bewegung.

US-Kreise begrüßen Rücktritt von Arafats Kabinett

In US- Regierungskreisen ist unterdessen der Rücktritt des Kabinetts von Palästinenser-Präsident Yasser Arafat begrüßt worden. "Wir sehen darin eine positive Entwicklung", verlautete am Donnerstagabend aus den Kreisen während eines Besuchs von US- Präsident George W. Bush in New York. "Wie sich das Palästinenser-Parlament offenbar verhält ist für mich nur ein Zeichen, dass es anfängt zu gären."

Der Rücktritt zeige, dass die Palästinenser demokratische Reformen wünschten. Arafats Kabinett war am Mittwoch zurückgetreten, nachdem sich abgezeichnet hatte, dass die Regierung eine Vertrauensabstimmung verlieren würde.

Bush hatte im Juni demokratische Reformen in den Palästinenser-Gebieten gefordert. Im selben Monat hatte Arafat sein Kabinett umgebildet. Das Palästinenser-Parlament hat dies als unzureichend kritisiert, um gegen Korruption vorzugehen und Machtstrukturen zu dezentralisieren. Arafat hat zwei Wochen Zeit, um ein neues Kabinett vorzustellen. Umfragen zufolge wird der 73-Jährige voraussichtlich die Präsidenten-Wahl am 20. Jänner gewinnen.(APA/Reuters)

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