Bush ruft US-Bürger zur Verteidigung der Freiheit auf

12. September 2002, 19:31
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Terroranschläge waren Angriffe auf Ideale der Nation - US-Präsident sagt "Terroristen und Tyrannen" den Kampf an

New York - US-Präsident hat die Bürger seines Landes zur Verteidigung der Freiheit aufgerufen. In einer Fernsehrede zum Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September sagte Bush in der Nacht auf Donnerstag, die USA werden es "keinem Terroristen oder Tyrannen" erlauben, die Zivilisation mit Massenvernichtungswaffen zu bedrohen. "Amerika befindet sich in einem großen Kampf, der unsere Stärke und Entschlossenheit auf die Probe stellt", sagte Bush. Doch Amerika werde von einer "großen Koalition" unterstützt, um die Welt vom Terrorismus zu befreien.

Die Rede des US-Präsidenten bildete den Abschluss der Gedenkfeiern zum Jahrestag der Anschläge vom 11. September. Bush sprach von Ellis Islands in New York, hinter ihm war die Freiheitsstatue zu sehen. Die USA würden niemals "irgendwelchen fremden Mächten oder Komplotten ausgeliefert" sein. "Diese Nation hat Tyrannen besiegt und Todeslager befreit. Wir haben keine Absicht, die heutigen Fanatiker, die mit Mord Macht erringen wollen, zu ignorieren oder abzuwiegeln."

Busch nannte Irak nicht direkt

Er vermied es, den Irak direkt zu nennen, zeigte sich aber zum Handeln entschlossen. Die Amerikaner hätten sich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass die USA "entschlossene Feinde haben und dass wir vor ihren Anschlägen nicht sicher sind". Der Kampf gegen den Terrorismus werde entschlossen weitergeführt. Die Terroranschläge des Vorjahrs seien Angriffe auf die Ideale der Nation gewesen.

Zuvor hatte Bush gemeinsam mit seiner Frau Laura bereits an Gedenkfeiern beim Pentagon in Washington, in Shanksville im US-Staat Pennsylvania und am Ground Zero in New York teilgenommen. Am Ort, an dem sich bis vor einem Jahr die Zwillingstürme des World Trade Center befanden, legte Bush einen Kranz nieder und sprach mit Angehörigen von Opfern. An der Südspitze Manhattans wurde im Battery Park ein Denkmal für die Toten eingeweiht.

New Yorker Bürgermeister las Rede vor dem zweiten Weltkrieg von Roosevelt vor

Bei einer Zeremonie las der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg Auszüge aus der Rede von Präsident Franklin D. Roosevelt vom 6. Jänner 1941. Darin bereitete Roosevelt damals die Amerikaner auf den Eintritt in den Zweiten Weltkrieg vor. "In der Zukunft, die wir sichern wollen, freuen wir uns auf eine Welt, die auf vier unverzichtbaren menschlichen Freiheiten beruht", heißt es. Er nannte die Meinungsfreiheit, die Religionsfreiheit, die Freiheit von Armut und die Freiheit von Angst. Danach entzündete Bloomberg ein ewiges Feuer.

Entschlossenheit zur Fortsetzung des Kampfs

Bush unterstrich bereits bei der Gedenkfeier vor dem Pentagon seine Entschlossenheit zur Fortsetzung des Kampfs gegen den Terrorismus: "Wir erneuern unsere Verpflichtung, den Krieg zu gewinnen, der hier begann", sagte er. Die USA blickten auf ein schwieriges Jahr zurück, in dem sie erkennen mussten, dass sie entschlossene Feinde hätten und nicht unverwundbar seien. Die Opfer der Anschläge vom 11. September "starben nicht umsonst". Nach neuesten Angaben wurden damals 3044 Menschen getötet.

US-Außenminister Colin Powell und UNO-Generalsekretär Kofi Annan bekräftigten die internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus. "Wir schließen uns allen UNO-Mitgliedern an in den Bemühungen eine Welt des Friedens aufzubauen, des Wohlstands und der Freiheit, eine Welt, in der sich kein Terrorismus entfaltet", sagte Powell. Annan meinte, die Anschläge seien "ein Angriff auf die Weltgemeinschaft" gewesen. Er hoffe, dass die Erinnerung an die Opfer dazu beitrage, eine bessere und friedlichere Welt zu schaffen.

Nervosität im Luftverkehr

Im Laufe des Tages kam es im Luftverkehr aus Nervosität zu kleineren, aber folgenlosen Zwischenfällen. Der Pilot einer US-Passagiermaschine brach einen Flug von Houston ab, nachdem ein Flugbegleiter fürchtete, ein Passagier habe ein Klappmesser bei sich. In Wahrheit handelte es aber um einen klappbaren Kamm. Ein Flugzeug der Northwest Airlines wurde nach Fort Smith in Arkansas umgeleitet, weil sich drei Passagiere in der Toilette eingeschlossen hatten. Das Flugzeug landete ohne Zwischenfälle. (APA)

Dokumentation:

Auszüge aus der Bush-Rede
"Wir werden Terroristen in Städten, Lagern und Höhlen in der ganzen Welt jagen"

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    US-Präsident Bush ruft US-Bürger am Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 zur Verteidigung der Freiheit auf

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