Chile gedenkt der Opfer des Militärputsches 1973

11. September 2002, 22:36
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Unter der Gewaltherrschaft Pinochets wurden mehr als 3000 Menschen ermordet oder verschwanden spurlos

Santiago de Chile - Chile hat am Mittwoch der Opfer des Militärputsches von 1973 gedacht. Zum ersten Mal seit seinem Amtsamtritt vor zwei Jahren nahm auch der chilenische Präsident Ricardo Lagos an der Zeremonie zum Jahrestag des Putsches in Santiago de Chile teil. Nicht alle der damals beteiligten Zivilisten hätten ihre Verantwortung übernommen, sagte Lagos. "Ich glaube, dass sie Chile einen Augenblick der Reue schulden und um Vergebung bitten sollten."

Vor dem Präsidentenpalast La Moneda sowie vor einem Denkmal wurden Blumenkränze für den ehemaligen Präsidenten Salvador Allende niedergelegt.

Mehrere Organisationen gedachten Allendes, der während des Putsches ums Leben genommen war. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren zogen die Gedenkveranstaltungen jedoch keine Massen an. Lediglich kleinere Zwischenfälle wurden in diesem Jahr gemeldet, wie die Explosion von zwei Knallkörpern in Vororten von Santiago. In den chilenischen Medien dominierten Berichte über die Anschläge vom 11. September in den USA.

Am 11. September 1973 hatte das von den USA unterstützte Militär unter Führung von Pinochet gegen den demokratisch gewählten sozialistischen Allende geputscht. In den darauffolgenden 17 Jahren der Gewaltherrschaft wurden mehr als 3000 Menschen getötet oder verschwanden spurlos. Der heute 86-jährige Pinochet wurde wegen Mordes und Entführungen angeklagt, doch Chiles Oberster Gerichtshof entschied, dass Pinochet wegen einer leichten Demenz nicht der Prozess gemacht werden könne. (APA)

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    Die Putschisten des 11. September 1973

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