Moslem-Extremisten in London drohen mit Vergeltung für den Irak

11. September 2002, 21:45
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Blair will zur Irak-Frage Sondersitzung des Parlaments

London - In London haben Moslem-Extremisten für den Fall eines Krieges gegen den Irak mit Vergeltungsaktionen gedroht. "Wenn Ihr Afghanistan, den Sudan oder den Irak bombardiert, rechtfertigt Ihr einen Vergeltungsangriff", sagte der moslemische Geistliche Abu Hamsa el Masri am Mittwoch bei der Gründungsfeier einer neuen Moslem-Vereinigung in London. Der Führer der moslemischen El-Muhajirun-Gruppe, Omar Bakri Mohammed, verteidigte bei diesem Anlass den mutmaßlichen Terroristenführer Osama bin Laden, der als Drahtzieher der Anschläge vom 11. September verdächtigt wird. Bin Laden verkörpere "den wahren Kampf gegen das Böse". Zuvor hatten gemäßigte Moslems bei einer Gedenkfeier in einer Londoner Moschee der Opfer der Anschläge auf New York und Washington gedacht.

Nach der Kritik an seiner Bereitschaft zu einem Angriff auf den Irak hat der britische Premierminister Tony Blair am Mittwoch eine Sondersitzung des Parlaments zur Diskussion der Frage vorgeschlagen. Als Termin nannte er einen Tag in der Woche vom 23. September an. Bis dahin hätten zu der Frage eines Angriffs "wichtige Diskussionen" in den Vereinten Nationen stattgefunden und die Regierung ihr versprochenes Dossier zu den Gefahren vorgelegt, die von Irak ausgehen. "Ich wiederhole auch, dass wir nicht in dem Stadium sind, Entscheidungen über militärische Schritte gegen den Irak zu treffen", schrieb Blair an den Präsidenten des britischen Unterhauses, Michael Martin, den er um die Erlaubnis zur Einberufung des Parlaments bat. Den Abgeordneten solle die Möglichkeit gegeben werden, ihre Ansicht in dieser Frage zu äußern.(APA/Reuters)

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