Putin sieht Ausmerzen von Terrorunterstützung als Hauptaufgabe

11. September 2002, 20:34
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Russen sehen Verhältnis zu den USA seit den Terroranschlägen eher reserviert

Moskau - Zum Jahrestag der Terroranschläge in den USA hat der russische Präsident Wladimir Putin die Beseitigung jeder Form von Unterstützung des Terrorismus als künftige Hauptaufgabe der USA und Russlands bezeichnet. "Unser gemeinsames Ziel ist die Ausrottung jeglicher Form der Unterstützung und Duldung des Terrors durch souveräne Staaten und gesellschaftliche Organisationen", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch aus der Botschaft Putins an US-Präsident George W. Bush. Gleichzeitig sprach Putin Bush und den USA sein "tiefstes Mitgefühl" aus. "Die Tragödie des 11. Septembers schmerzt heute noch in den Herzen von Millionen Russen", schrieb er.

Der Kremlchef gab sich überzeugt, dass die weitere Entwicklung der russisch-amerikanischen Partnerschaft zur "Konsolidierung der Bemühungen der internationalen Gemeinschaft im Kampf mit den neuen Herausforderungen und Bedrohungen" führen werde. Die Ereignisse des Vorjahres hätten ein "tiefes Umdenken in der Welt" bewirkt und alle in der Antiterror-Koalition zusammengebracht.

Neben einer Schweigeminute im russischen Parlament wurden landesweit am Mittwoch Gedenkgottesdienste abgehalten. Zeitungen und Fernsehen zogen ausführlich Bilanz der weltpolitischen Entwicklung seit dem 11. September 2001. Dabei gab es auch Kritik an Putins Entscheidung, sich eindeutig an die Seite des Westens zu stellen. "Unser Land hat viel mehr verloren als gewonnen", schrieb die "Nesawissimaja Gaseta".

Die kühle Einstellung der Russen zu dem Gedenktag belegte auch eine Umfrage. 53 Prozent der Befragten erklärten, durch die Anschläge seien Russen und Amerikaner weder einander näher gekommen noch hätten sie sich von einander entfernt. Nur 35 Prozent sahen Interfax zufolge eine Annäherung.(APA/dpa)

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