Wormser Nibelungen- Festspielstreit

12. September 2002, 19:00
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Um Art des Abgangs von Intendant Naseband

Worms - Um das am Mittwoch bekannt gewordene Vertragsende des Intendanten der Nibelungenfestspiele von Worms, Klaus Naseband, gibt es Streit.

Der Intendant war wegen technischer Probleme und der Überziehung des Etats für die Festspiele mit dem Regiestar Dieter Wedel und dem Schauspieler Mario Adorf in die Kritik geraten. Kulturdezernent Gunter Heiland sagte in Mainz, Naseband sei am Donnerstag mit sofortiger Wirkung als Geschäftsführer der Festspiele abberufen worden. Sein Gehalt werde aber bis zum Ende des ursprünglichen Vertrags weitergezahlt. Der Betroffene wehrt sich allerdings gegen Behauptungen, er sei abgesetzt worden. "Mein Vertrag endet wie vorgesehen am 15. November", sagte er. "Das ist ein ganz normales Vertragsende."

Der Aufsichtsrat der städtischen Festspiel GmbH hatte am Mittwochabend einen Auflösungsvertrag mit Naseband geschlossen. Kulturdezernent Heiland sagte, es werde noch kein neuer Intendant gesucht. Damit werde voraussichtlich das Initiatorenteam der Festspiele betraut. Dazu gehören die "Spiegel"-Redakteurin Bettina Musall, der in Worms geborene Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, Hans Werner Kilz, der Schauspieler Mario Adorf, und der aus Worms stammende Schauspieler Andre Eisermann.

Die Festspiel GmbH der Nibelungen-Stadt muss nach einer unerwarteten Kostensteigerung 700.000 Euro Schulden verkraften. Dabei waren die 13 Vorstellungen des von Dieter Wedel inszenierten Nibelungenstücks vor dem Wormser Dom allesamt ausverkauft. Der Aufsichtsrat hält an dem Ziel fest, die Festspiele 2003 fortzusetzen. Adorf und Wedel hätten bereits zugesagt, wieder mitzuwirken, sagte Heiland. Die Finanzierung müsse aber noch geklärt werden. Am 15. November will der Stadtrat über die Fortführung der Festspiele entscheiden. (APA/dpa)

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