"La Ola" folgt mathematischen Gesetzen

11. September 2002, 20:17
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Forscher untersuchten die Wellen der Begeisterung in Fußballstadien - die meisten kreisen übrigens im Uhrzeigersinn

London - Wenn sie durchs Stadion kreist, schlagen nicht nur Fan-Herzen höher. "La Ola", die Welle, fasziniert auch Forscher. 75 Prozent der Jubel-Wellen laufen im Uhrzeigersinn, berichten ungarische Forscher um Tamas Vicsek von der Universität Budapest im britischen Fachmagazin "Nature". Dies hänge unter anderem damit zusammen, dass die meisten Fans Rechtshänder seien.

Die erste Stadionwelle aufgewühlter Fans gab es 1986 bei der Weltmeisterschaft in Mexiko. Damit "La Ola" durch die Menge schwappt, müssen dem Modell der Forscher zufolge mindestens 25 bis 35 Stimmungsmacher gleichzeitig hochspringen und die Arme nach oben reißen. Ist die Welle erst einmal unterwegs, wandert sie mit einer Geschwindigkeit von zwölf Metern pro Sekunde auf sechs bis zwölf Metern Breite durch die Stadionreihen.

Mit ihrer Untersuchung wollen die Forscher bestehende allgemeinere Modelle, die sich unter anderem mit der Ausbreitung von Waldbränden beschäftigen, auf das Verhalten von Menschenmassen übertragen. Geklärt werden soll beispielsweise, wie sich das Benehmen einer kleinen Gruppe Gewaltbereiter während einer Demonstration oder einer Sportveranstaltung auf die Menschenmenge in der Umgebung auswirkt. (APA/dpa)

Vgl. "Nature", (Bd. 419, S. 131)
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