Pasching sensationell, Austria schwach

12. September 2002, 13:30
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Austria spielte mit beiden Brasilianern, verlor Ratajczyk wegen einer Tätlichkeit und unterlag beim Aufsteiger mit 1:3

Im Spitzenspiel der neunten Runde der Fußball-Bundesliga besiegte SV Pasching Austria Wien mit 3:1 (1:0) und löste damit den großen Meisterschaftsfavoriten, der seine erste Saison-Niederlage erlitt, nach einem Viertel der Punktejagd sensationell an der Tabellenspitze ab. Die Hausherren waren im ausverkauften Waldstadion vor 6.100 Zuschauern durch ein Eigentor von Martin Hiden schon in der dritten Minute in Führung gegangen, Radoslav Gilewicz sorgte zunächst in der 51. Minute für den Ausgleich, aber nach der Roten Karte für Krzysztof Ratajczyk in der 61. Minute wegen Tätlichkeit fixierte Pasching in numerischer Überlegenheit durch den eingewechselten Alexander Hörtnagl (78. Minute) und Edi Glieder (92. Minute) den 3:1-Erfolg.

Schwächen in der Defensive

Bei der Austria feierte der neue Spielmacher Djalminha sein Debüt, Walter Schachner hatte für den Brasilianer sogar sein System auf 3-4-1-2 geändert und Teamverteidiger Ernst Dospel aus der Mannschaft genommen. Für den zweiten Neuzugang Julio Cesar war hingegen zu Beginn nur Platz auf der Ersatzbank. Schon in der dritten Minute aber sah die Austria-Defensive nicht gut aus: Der Ex-Violette George Datoru setzte sich auf der rechten Seite durch und seine für Edi Glieder gedachte Hereingabe drückte Martin Hiden aus kurzer Distanz ins eigene Tor.

Schicklgruber sicherer Rückhalt

Mit der Führung im Rücken hatten die Hausherren die Partie zunächst gut im Griff und Roland Huspek vergab nach Vorarbeit von Datoru in der siebenten Minute die große Möglichkeit zum 2:0, als er freistehend an Austria-Torhüter Thomas Mandl scheiterte. Im Gegenzug hatten allerdings die Gäste Pech, als ein Treffer von Roland Linz wegen Abseits zu Unrecht nicht anerkannt wurde. Neo-Regisseur Djalminha stand vor der Pause zwei Mal im Mittelpunkt: Zunächst bediente er Dheedene, der Belgier aber war so überrascht, dass Pasching-Keeper Josef Schicklgruber mit dessen zu schwachen Schuss keine Mühe hatte (23.). Kurz vor der Pause hatte Djalminha selbst die Chance zum 1:1, der Mann mit der Nummer 30 scheiterte aber an Schicklgruber.

Erster Gegentreffer für Pasching im Waldstadion

Mit der ersten guten Aktion nach der Pause glich die Austria dann aus. Vladimir Janocko setzte sich rechts durch und Gilewicz nützte die ideale Vorlage mit einem Schuss ins lange Eck kaltblütig aus (51.) - es war der erste Gegentreffer für Pasching im heimischen Waldstadion in dieser Saison. Zehn Minuten später schwächten sich die Wiener aber selbst, als Ratajczyk nach einer Tätlichkeit gegen Glieder die Rote Karte sah.

Patzer von Mandl

In der Schlussphase machte sich die zahlenmäßige Überlegenheit dann bezahlt: Bei einer Hereingabe des eingewechselten Wolfgang Mair machte Austria-Keeper Mandl nicht die beste Figur und der ebenfalls eingewechselte Alexander Hörtnagl traf aus kurzer Distanz zum 2:1 ins Netz. In der Nachspielzeit stellte Edi Glieder nach Ausschuss von Schicklgruber und Kopfballvorlage von Sanel Kuljic den 3:1-Endstand her.

Pasching, schon nach der zweiten und dritten Runde voran, übernahm also zum dritten Mal die Tabellenführung. (APA)

  • SV Pasching - Austria 3:1 (1:0)
    Waldstadion, 6.100 (ausverkauft), Hofmann

    Torfolge:
    1:0 (3.) Martin Hiden (Eigentor)
    1:1 (51.) Gilewicz
    2:1 (78.) Alexander Hörtnagl
    3:1 (92.) Glieder

    Pasching: Schicklgruber - Metlitskij - Knabel, Wisio - Huspek (46. Mair), Riegler, Kahraman (60. Alexander Hörtnagl), Kovacevic, Sarac - Glieder, Datoru (76. Kuljic)

    Austria: Mandl - Martin Hiden, Ratajczyk, Dheedene - Janocko, Flögel (84. Scharner), M. Wagner, Panis - Djalminha - Gilewicz (77. Helstad), Linz (64. Julio Cesar)

    Rote Karte: Ratajczyk (61./Tätlichkeit)

    Gelbe Karten: Wisio, Knabel, Sarac, Riegler, Schicklgruber bzw. Flögel, Gilewicz, Janocko

    • Bild nicht mehr verfügbar

      Die Veilchen vom Verteilerkreis, Djalminha (re.) und M. Wagner blühten in Pasching nicht auf, Edi Glieder (vorne) jedoch war beim ersten Tor beteiligt und schoss auch zum entscheidenden 3:1 ein.

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