Keine Milzbrand-Sporen in Brief an Kopenhagener US-Botschaft

12. September 2002, 13:09
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Auch bei US-Konsulaten in Deutschland kein Hinweis auf gefährliche Substanzen

Kopenhagen/Hamburg - Verdächtige Schreiben, die zum Jahrestag der Terroranschläge in den USA bei US-Behörden in Dänemark und Deutschland auf dem Postweg eingelangt sind, haben bisher keine Hinweise auf Gefahr ergeben. Das in einem verdächtigen Schreiben an die US-Botschaft in Kopenhagen versandte Pulver enthält nach vorläufigen Testergebnissen keine Milzbrand-Sporen. Die Hamburger Polizei erklärte, erste Untersuchungen hätten nicht auf gefährliche Substanzen schießen lassen.

Das mit der Analyse beauftragte dänische Serum-Institut teilte am Donnerstag mit, das endgültige Ergebnis werde binnen 24 Stunden vorliegen. Die Botschaft wurde am Donnerstag wieder für das Personal geöffnet, nachdem die US-Vertretung am Mittwoch nach dem Eingang des Briefs geschlossen worden war.

Am Jahrestag der Anschläge vom 11. September hatten neben den US-Botschaften in Kopenhagen, Luxemburg und Rom auch mehrere US-Vertretungen in Deutschland verdächtige Briefe mit weißem Pulver erhalten. Die Substanzen wurden seit Mittwoch auf Milzbrand-Erreger untersucht. Eine erste Analyse des Pulvers in Luxemburg ergab nach Angaben der dortigen US-Botschaft, dass es sich bei dem Pulver um keine "gefährliche Substanz" wie den befürchteten Milzbrand-Erreger handelte.

Die Polizei in Hamburg geht nach eigenen Angaben davon aus, dass es sich bei der Substanz, die in US-Konsulaten einlangte, um Zucker handelt. Es endgültiges Untersuchungsergebnis steht demnach aber noch aus. In Düsseldorf enthielt der verdächtige Brief der Polizei zufolge gar kein weißes Pulver. Es sei lediglich eine "dilettantische Drohung" gewesen. Auch in Frankfurt am Main, München und Leipzig erhielten die US-Konsulate verdächtige Briefe mit weißem Pulver.

Kurz nach den Terroranschlägen vor einem Jahr waren in den USA mehrere Menschen mit dem Milzbrand-Erreger infiziert worden. In Deutschland wurde daraufhin ebenfalls Post mit weißem Pulver verschickt. "Alles, was bisher in Deutschland eingegangen ist, war aber das Werk von Trittbrettfahrern", betonte ein Sprecher des Landeskriminalamtes in München. (APA/Reuters)

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