Wetterderivate: Eine Kostenfrage

11. September 2002, 19:18
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Das Problem bei Wetterderivaten ist die Preisfestsetzung, weil die Basis des Derivates (also das Wetter) nicht gehandelt wird und daher keine Preisfestsetzung erfolgt wie z. B. bei Aktien und ihren Derivaten (Optionen). Daher werden historische Wetterdaten herangezogen. Das bedeutet aber auch, dass die jeweilige Prämie verhandelt werden muss: Je höher die Wahrscheinlichkeit einer Wettersituation, desto höher der Preis des Derivates. Die Grundlage ist individuell, entweder zu wenig oder zu viel Regen, Schnee, Sonne oder Temperatur. Dann wird z. B. für jeden Zentimeter Niederschlag die Umsatzeinbuße errechnet und diese dann mit dem Derivat abgesichert. Fällt viel Regen, dann "zahlt" das Derivat die Einbuße.

Lohnend ist dieses Instrument also entweder für große Konzerne oder für regionale Gemeinschaften. Denn aufgrund der Berechnungsgrundlage Wetter sind die Derivate immer ortsabhängig. Vom Massengeschäft ist Europa noch weit entfernt, denkbar ist aber, dass auch die Wiener Börse Wetterindizes zur Preiskontrolle der Derivate berechnet. (kbau, DER STANDARD, Printausgabe 12.9.2002)

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