Neues System für Preisberechnung

11. September 2002, 19:15
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Hochwasser bringt Umdenken der Branche

Wien - Die österreichische Versicherungswirtschaft will bei Hochwasserversicherungen für Betriebe ein Prämiensystem einführen, bei dem sich die Höhe der Beiträge an Risikozonen ausrichtet.

Paul Moritz, Leiter des Bereichs Sachversicherung Industrie und Großgewerbe bei der Uniqa, sagte im Gespräch mit dem STANDARD: "Wir bereiten im Bereich des Versicherungsverbandes die Festlegung marktweit einheitlicher Hochwasser-Risikozonen auf der Grundlage von Geodaten vor." Er gehe davon aus, dass sich die unterschiedlichen Risikostufen bei den Prämien "in den Preisen wiederfinden werden".

Zur Vorgehensweise sagte Moritz, dass ein (nicht genanntes) Institut errechnen solle, welche Bereiche besonders hochwassergefährdet sind. Auf dieser Basis würden die einzelnen Versicherungen dann unabhängig voneinander ihre Prämien festlegen. Beim Versicherungsverband hieß es dazu, dass demnächst eine Arbeitsgruppe eingesetzt werde, die sich mit dem Thema befassen soll.

Aufwendige Untersuchungen

Um zu einer realistischen Gefahreneinschätzung zu kommen sind nach Ansicht von Helmut Habersack, Leiter der "Plattform Hochwasser" an der Universität für Bodenkultur aufwändige Untersuchungen notwendig. Neben existierenden Gefahrenzonenplänen müssten hydrodynamische Berechnungen einbezogen werden.

Zudem seien die Daten der Gefährdungspläne nicht ohne weiteres auf die Anforderungen der Versicherungen zu übertragen, da sie an der Gefährdung für Menschenleben und nicht an möglichen Schäden an versicherten Objekten orientiert seien.

Betroffen von der Neuregelung wären kleinere und mittlere Betriebe, da bei Großkunden ohnehin individuelle Risikoprüfungen vorgenommen würden. Als solche gelten bei der Uniqa Unternehmen, bei denen der Wert der versicherten technischen Betriebseinrichtung über zwei Millionen Euro liegt. (Paul-Anton Krüger, DER STANDARD, Printausgabe 12.9.2002)

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