Müll im Ausland verbrennen

11. September 2002, 18:46
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Vorarlberg will mechanisch-biologische Abfallanlage bauen

Bregenz - 85.000 Tonnen unbehandelter Restabfälle landen jährlich auf Vorarlbergs Mülldeponien. Ab 2004 darf nur noch, so will es das neue Abfallrecht, vorbehandelter Restmüll deponiert werden, um Altlasten und Nachsorgekosten zu reduzieren. Wer das nicht macht, muss die doppelten Abgaben an den Altlastensanierungsfonds zahlen.

Die Mehrkosten will sich Vorarlberg jedoch sparen. Der in der Landesregierung für den Abfall zuständige Hubert Gorbach (FP) präsentierte dafür drei Varianten: Müllverbrennung, Trocknung durch Rotteverfahren und mechanisch-biologische Behandlung nach einem peniblen Trennverfahren.

Eines steht bereits fest: Die Müllverbrennung im eigenen Land bleibt weiter tabu. Weniger aus ökologischen denn aus finanziellen Gründen. Das Müllaufkommen ist zu gering, um eine Anlage wirtschaftlich betreiben zu können.

"Angestrebt" wird "der Bau einer mechanisch-biologischen Abfallanlage". Was in der neuen Anlage nicht verwertet werden kann, kommt auf Vorarlberger Deponien oder wird im benachbarten Ausland verbrannt.

Die Kooperation mit der Schweiz und Deutschland - im Umkreis von 100 Kilometern befinden sich zehn Müllverbrennungsanlagen - ist für Gorbach "eine der wichtigsten Voraussetzungen" für die künftige Abfallpolitik. Die Nachbarn sollen aber auch ihren Müll in Vorarlberg deponieren können. Entschieden wird Anfang 2003. (jub/DER STANDARD, Printausgabe, 12.9.2002)

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