Thomas Prinzhorn - Freiheitliche Karriere mit Höhen und Tiefen

11. September 2002, 18:07
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Zweiter Nationalratspräsident nun stellvertretender Parteivorsitzender

Wien - Er war Spitzenkandidat der Freiheitlichen für die Nationalratswahl 1999, wurde dann aber nicht an die Spitze gelassen: Thomas Prinzhorn (59). In der Partei soll Prinzhorn offenbar nun aber wieder eine größere Rolle spielen. Er wurde am Mittwoch in Linz zum stellvertretenden Parteichef bestimmt. Der Unternehmer und Wirtschaftssprecher der Freiheitlichen galt in den vergangenen Monaten als Stütze des Regierungsteams und vor allem von Parteichefin Susanne Riess-Passer. Das Verhältnis zu Jörg Haider war dagegen merklich abgekühlt. Eigentlich hatte Prinzhorn angekündigt, sich nach der nächsten Nationalratswahl aus der Politik zurückzuziehen.

Prinzhorn blickt auf bewegte Zeiten in der freiheitlichen Partei zurück. 1998 hatte er sich nach knapp drei Jahren im Nationalrat aus allen Funktionen verabschiedet. Der Grund auch damals: Massive Meinungsunterschiede bezüglich des Haider-Kurses. Dabei hatte Prinzhorn damals maßgeblich mitgeholfen, für die wegen der Causa Rosenstingl schwer ins finanzielle Trubeln gekommene FP Niederösterreich ein Sanierungskonzept zu erstellen.

Ein Jahr darauf wurde er überraschend zum Spitzenkandidaten gekürt. Seinem Einzug ins freiheitliche Regierungsteam stand allerdings die Ablehnung durch Bundespräsident Thomas Klestil im Weg - und so entschied sich die FPÖ, den Papierindustriellen auf den Sitz des Zweiten Nationalratspräsidenten zu hieven, ein Amt, das Prinzhorn dem Vernehmen nach weniger tagespolitischen Spielraum erlaubte, als er es gerne gesehen hätte.

Was seinen politischen Werdegang betrifft, war Prinzhorn seit 1978 Vorstandsmitglied der Industriellenvereinigung Wien, von 1975 bis 1988 Vorsitzender des Ausschusses für Bildungs- und Gesellschaftspolitik, von 1988 bis 1993 Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaftspolitik, von 1991 bis 1993 Präsident der Landesgruppe Wien. FPÖ-Mitglied wurde Prinzhorn erst 1998.

Geboren wurde Prinzhorn am 5. März 1943 in Wien, sein Maschinenbau-Studium an der Technischen Hochschule in Wien schloss er 1967 ab. In Harvard studierte Prinzhorn zudem Wirtschaft, den Abschluss machte er dort 1973. In der Folge etablierte er sich mit den Firmen seines Vaters, der W. Hamburger AG und der Mosburger AG, als Papierindustrieller.(APA)

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