"Drei-Schluchten-Staudamm" in China birgt geologische Gefahr

11. September 2002, 17:58
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Regierung hat vorsorglich schon 490 Millionen Euro zurückgelegt

Peking - China schließt nicht aus, dass durch den Stausee, der nach dem Bau des "Drei-Schluchten- Staudamms" entsteht, geologische Schäden in den angrenzenden Gebieten verursacht werden. Die chinesische Regierung habe bereits vier Milliarden Yuan (etwa 490 Millionen Euro) zurückgelegt, um eventuelle Erdrutsche und andere Naturkatastrophen zu verhindern, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch unter Berufung auf den stellvertretenden Minister für Boden und Rohstoffe, Shou Jiahua.

"Das Ansteigen des Wasserniveaus wird wahrscheinlich das ursprüngliche geologische Gleichgewicht stören", wurde der Minister zitiert. China erhofft sich durch den Staudamm einen Regulierungseffekt gegen Hochwasser-Katastrophen am Jangtse.

Mit dem Bau des "Drei-Schluchten-Staudamms" wurde im Jahr 1993 begonnen. Er ist zu 70 Prozent abgeschlossen und soll im Jahr 2009 fertig gestellt sein. Der 600 Kilometer lange Stausee soll bereits im kommenden Jahr in Betrieb genommen werden.

Wiederholt hatte es Berichte über Konstruktionsmängel und Korruption gegeben. Im April diesen Jahres teilten Behörden mit, dass Risse im Damm aufgetreten seien. Umweltexperten und Menschenrechtsorganisationen kritisieren den Bau des Staudamms.

Eine Umsiedlung von 1,13 Millionen Menschen entlang des Jangtse Flusses ist notwendig, um Platz für den Stausee zu schaffen. 646.000 Menschen sind bereits aus dem Talbecken, in dem der See entstehen soll, umgesiedelt worden. (APA/Reuters)

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    Die Baustelle am Jangtse-Fluss. 1,13 Millionen Menschen wurden im Lauf des Froßprojekts umgesiedelt

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