Saddam droht Katar mit Zerstörung

11. September 2002, 16:48
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Sollten USA Golfstaat für Angriff auf Irak nutzen

Washington/Kairo - Der irakische Präsident Saddam Hussein soll mit der Zerstörung des Golfstaates Katar gedroht haben, falls die US-Armee den Militärstützpunkt El Udeid bei Doha für einen Angriff auf sein Land nutzen sollte. Zu einem Bericht des US- Nachrichtensenders Fox News, wonach das US-Zentralkommando (CENTCOM) bereits am kommenden Freitag von Tampa (Floria) nach Katar verlegt werden soll, nahm das Kommando am Mittwoch offiziell nicht Stellung.

Aus unterrichteten Kreisen verlautete, das CENTCOM stehe nicht unmittelbar vor dem Umzug an den Persischen Golf. Der Oberbefehlshaber des Zentralkommandos, General Tommy Franks, hatte im vergangenen Herbst die Möglichkeit angedeutet, sein Kommando in größere Nähe zu Afghanistan zu verlegen.

Die Kairoer Zeitung "Al-Gumhuria" berichtete am Mittwoch unter Berufung auf irakische Quellen über die Begegnung des irakischen Präsidenten mit dem katarischen Außenminister, Scheich Hamad bin Jasim Al Thani, Ende August in Bagdad. Der Außenminister habe Saddam Hussein zunächst aufgefordert, die UNO-Waffenkontrollore wieder ins Land zu lassen. Anderenfalls würde "die Hölle losbrechen". Der Präsident habe sich dies ruhig angehört, hieß es.

Wütender Saddam

Doch als der katarische Außenminister ihm gesagt habe, er habe auf in El Udeid "Waffen gesehen, die ich noch nie zuvor gesehen habe", und dass diese im Falle eines US-Angriffs gegen den Irak eingesetzt würden, sei Saddam wütend aufgesprungen und habe ihn angeschrien. Nach Angaben der Zeitung fragte er seinen Gast, ob Katar bereit sei, ein Agent der USA zu sein und sich auf die Seite der Feinde der arabischen Nation zu stellen. Sollte Katar der US-Armee erlauben, von El Udeid aus den Irak anzugreifen, werde er das Land "komplett zerstören". Der Außenminister sei nach der Begegnung sofort zum Flughafen gefahren, hieß es.

Offiziell hatte Saddam Hussein nach dem Besuch des katarischen Außenministers im Bezug auf die Waffeninspektoren nur erklärt, sein Land habe seine Verpflichtungen gegenüber den Vereinten Nationen bereits erfüllt. Bin Jasim hatte vor seiner Abreise aus Bagdad vor der Presse gesagt: "Ich habe festgestellt, dass der Irak kooperieren will, aber ich habe noch manche Zweifel."

Fox News hatte berichtet, El Udeid sei zu einer hochmodernen Kommando- und Kommunikationszentrale ausgebaut worden, nachdem Saudiarabien sich geweigert hatte, den Prinz-Sultan-Stützpunkt für den Afghanistan-Krieg zur Verfügung zu stellen. Auf dem 45 Kilometer von der Hauptstadt Doha entfernten Stützpunkt in der Wüste sind derzeit rund 3000 US-Soldaten stationiert. Das US-Zentralkommando, das für den Afghanistan-Krieg verantwortlich ist und auch in einer Militäraktion gegen den Irak das Kommando führen würde, ist für insgesamt 25 Länder im Nahen Osten sowie in Zentral- und Südasien zuständig. (APA/dpa)

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