Multiuser-System unter Windows soll Geld sparen helfen

11. September 2002, 15:45
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Ein PC für mehrere Arbeitsplätze - Anbieter Hydrapark verspricht Einsparungen bei Hard- und Software

Das auf Multiuser-Technologie spezialisierte Unternehmen Hydrapark GmbH mit Sitz in Pleinfeld (Bayern) hat am 10. September über seinen Wiener Partner Pro-Com offiziell den Vertrieb seiner Hard- und Software-Lösungen in Österreich gestartet. Das Konzept sieht die gemeinsame Nutzung eines Standard-PCs durch mehrere Anwender gleichzeitig vor. Dadurch sei z.B. bei vier Arbeitsplätzen eine Kostenersparnis bei Hard- und Software um bis zu 66 Prozent möglich, rechneten Pro-Com-Geschäftsführer Walter Baumgartner und Hydrapark-Chef Klaus Maier am Dienstagnachmittag bei der Präsentation in Wien vor.

Die Grundidee ist simpel: Die handelsüblichen PCs sind so leistungsfähig geworden, dass ihre Rechenkapazität bei weitem nicht ausgenützt wird. Der von Hydrapark entwickelte "console separator" (HCS) setzt auf dem Microsoft-Betriebssystem auf und weist zusätzlich an den PC angeschlossene Monitore, Tastaturen und Mäuse den jeweiligen Benutzern zu.

Der HCS ermögliche mehreren gleichzeitig mit ihren Benutzer-Profilen angemeldeten Anwendern extrem rasch wechselnde Zugriffe auf den Prozessor - man habe den Eindruck, allein am System zu arbeiten oder Parallelprocessing zu betreiben, erläuterte Maier die Funktionsweise. Alle Benutzer könnten gleichzeitig von unterschiedlichen Email-Konten Mails versenden und empfangen, auf das Internet zugreifen, netzwerkfähige Programme verwenden und Daten getrennt bearbeiten, drucken sowie verschiedene Laufwerke nutzen. Der HCS funktioniere dabei als eigene Softwareschicht, die auf Windows 2000 oder Windows XP aufsetzt.

Kostenvorteil

Der Kostenvorteil ergibt sich nach Angaben der Entwickler durch eingesparte Hardware (die zusätzlichen Arbeitsplätze bestehen nur aus Monitor, Tastatur und Maus), einfachere Wartung und durch gemeinsame Nutzung von Software. Technisch gesehen könnten nämlich mehrere Benutzer gleichzeitig auf die selben Programme zugreifen - er empfehle aber jedenfalls, die Microsoft-Lizenzverträge genau zu lesen, riet Maier zu Vorsicht. Theoretisch würden bis zu 32 Arbeitsstationen unterstützt, wobei die physikalische Grenze durch die Anzahl der freien PCI-Steckplätze für zusätzliche Karten vorgegeben sei. In der Praxis habe man bereits 17 Benutzer an einen sehr leistungsstarken PC angeschlossen.

Als Anwender-Zielgruppen nannte Walter Baumgarnter von Pro-Com Schulen, Seminar-Veranstalter, Call-Center sowie kleine und mittlere Unternehmen. Man versuche aber auch, Großkunden wie Banken und Versicherungen zu gewinnen.

Die 1992 gegründete Hydrapark beschäftigt nach eigenen Angaben am Stammsitz in Pleinfeld 22 Leute, darüber hinaus gebe es mehrere Programmierer- und Hardware-Teams in Russland und Polen. Die Wiener Pro-Com wurde 1999 gegründet und vertreibt Software für Handel, Fertigung und Gewerbe.(APA)

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