Elektrohandel droht 2002 erstmals seit Jahren Umsatzrückgang

11. September 2002, 15:33
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Branche hofft auf Innovationen für Weihnachtsgeschäft

Dem Elektro- und Elektronikhandel droht in Österreich erstmals seit Jahren des Wachstums ein Umsatz Rückgang. Laut einer aktuellen Studie von RegioPlan Consulting ist für 2002 ein Umsatzminus von 3 Prozent. Im Jahr 2001 war der Umsatz des Elektrofachhandels um 1,7 Prozent auf 2,59 Mrd. Euro gestiegen. Insgesamt setzte der Elektrohandelsbranche im Vorjahr rund 4,3 Mrd. Euro um.

Hoffnung

Die Branche hofft nun auf Innovationen wie die UMTS-Technologie, sowie die Verschmelzung von Mobiltelefonen und Handheld-Technologie vor allem für das wichtige Weihnachtsgeschäft. Zuwächse sehen die Experten auch bei Notebook-Verkäufen, denen allerdings Rückgänge beim PC-Absatz gegenüber stehen. Dem traditionellen Elektrohandel machen zunehmend auch Online-Shops Konkurrenz, die einfachen und direkten Produkt- und Preisvergleich ermöglichen, allerdings im Gesamtmarkt immer noch eine untergeordnete Rolle spielen.

Kaum Änderungen

An den Marktteilnehmern und der Marktstruktur hat sich laut RegioPlan im Vorjahr nicht viel verändert. Die Top-5 - allen voran die MediaMarkt/Saturn-Gruppe - decken 75 Prozent des Marktes ab. Veränderungen könnte der Einstieg der slowenischen Elektrokette "BigBang" bringen, die ihren ersten Markt in Graz eröffnet hat und demnächst auch in Wien einziehen soll. 2001 ist die Zahl der Elektrohandelsgeschäfte um 2,5 Prozent auf 2.340 gestiegen, während die Verkaufsfläche mehr oder weniger gleich geblieben ist.

Kräftige Einbrüche verzeichnete die Branche zuletzt im Tonträgergeschäft: Im 1. Halbjahr 2002 ging der Umsatz mit CDs um 10,2 Prozent zurück, während die Verkäufe von Musik-DVDs deutlich zunahmen. Am Fotomarkt zeichnet sich der endgültige Durchbruch der Digitalkameras ab. Mit 81.500 Kameras wurde in den ersten sechs Monaten um 75 Prozent mehr verkauft als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Verkauf von herkömmlichen Fotoapparaten ging dagegen um 23 Prozent zurück.

Prozente

Rund ein Fünftel des Gesamtmarktes des Elektrohandels entfällt auf Braune Ware (Fernseher, Stereoanlagen etc), rund 17 Prozent auf EDV und Computer, 16 Prozent auf Weiße Ware (Haushaltsgeräte) und 11,5 Prozent auf Telekommunikationsequipment.(APA)

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